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	<title>Erlebt - jascha.wtf</title>
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	<title>Erlebt - jascha.wtf</title>
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		<title>Parkbank</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Jun 2025 18:29:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählt]]></category>
		<category><![CDATA[Coming out]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe diesen Text geschrieben, nachdem ich im Park zwei Jungen Hand in Hand hatte gehen sehen und mich gleichzeitig gefreut und geneidet hatte. Während ich ihnen zusah, erinnerte ich mich an meinen eigenen Tag mit fünfzehn, als ich für dafür bestraft wurde, schwul zu dein. Es ist eine Geschichte über die Komplexität von Heilung - darüber, dass gesellschaftlicher Fortschritt nicht alle persönlichen Wunden schließt, und dass das okay ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 4</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Die Bank steht im Schatten einer alten Baumes, die Blätter machen ein sanftes Geräusch, wenn der Wind durch sie hindurchstreicht. Ich sitze hier seit einer halben Stunde, vielleicht auch länger. Zeit spielt keine Rolle an einem Sonntag Nachmittag wie diesem, wenn die Sonne warm auf meine Schultern scheint und der Park sich langsam mit Leben füllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein junges Paar kommt den Weg entlang. Zwei Jungen, vielleicht sechzehn oder siebzehn Jahre alt. Ihre Finger sind ineinander verschränkt, so selbstverständlich wie Atmen. Der eine trägt ein übergroßes Band-Shirt, der andere Jeans mit aufgerissenen Knien. Sie reden leise miteinander, lachen über etwas, das nur sie verstehen. Als sie näher kommen, sehe ich, wie der Größere dem anderen sanft über den Handrücken streicht, eine winzige Geste der Zärtlichkeit, die mein Herz warm werden lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie gehen vorbei, ohne mich zu bemerken. Warum sollten sie auch? Ich bin nur ein Mann mittleren Alters auf einer Parkbank, der den Nachmittag verstreichen lässt. Aber während ich ihnen nachsehe, wie sie sich langsam entfernen, ihre Hände immer noch ineinander verwoben, breitet sich etwas in meiner Brust aus. Freude. Reine, ungetrübte Freude über diese Selbstverständlichkeit, über diese Leichtigkeit, mit der sie ihr Leben leben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann, leiser, aber nicht weniger real: ein Stich. Ein kleiner Schmerz, der anders ist als die Erinnerung an die Schläge. Es ist Neid. Ich beneide sie um das, was sie haben und was ich nie hatte – um diese sorglosen ersten Schritte in die Liebe, um die Möglichkeit, einfach zu sein, ohne Angst vor dem nächsten Tag. Um eine Jugend, die nicht von Angst überschattet war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann, wie ein Schatten, der über die Sonne zieht, bin ich wieder fünfzehn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist der Tag, an dem ich endlich den Mut gefasst habe. Ich stehe mit meinen besten Freunden zusammen und sage es ihnen. Die Worte, die ich so lange in mir getragen habe. „Ich bin schwul.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie nicken. Sie sagen, es sei okay. In diesem Moment denke ich, dass alles okay sein wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Geheimnisse haben in der Schule kurze Beine. Bis zum Ende des Tages wissen es alle. Geschichten werden daraus gesponnen, die nichts mehr mit meiner Wahrheit zu tun haben. Und dann warten sie auf mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind nicht fremde Gesichter. Es sind die, von denen ich dachte, sie würden mich verstehen. Die sich hätten mit mir freuen sollen. Stattdessen strafen sie mich für meine Ehrlichkeit. Für den Mut, der sich als Naivität herausgestellt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schläge kommen, aber schlimmer als der Schmerz ist die Erkenntnis: Ich habe mich geirrt. In allem. In ihnen, in mir, in der Hoffnung, dass Wahrheit belohnt wird statt bestraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als es vorbei ist, schmecke ich Blut und verstehe, dass ich jahrelang nicht mehr so ehrlich sein werde. Dass ich lernen werde, unsichtbar zu sein, weil sichtbar sein zu gefährlich ist. Es sollte mir nur leidlich gelingen, aber gut genug, um noch hier zu sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Parkbank atme ich tief ein und lasse die Erinnerung wieder gehen. Das Paar ist jetzt fast außer Sichtweite, zwei winzige Gestalten am anderen Ende des Parks. Aber ihre verschränkten Hände leuchten noch immer in meinem Gedächtnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesem Tag habe ich drei Jahre lang niemandem mehr erzählt, wer ich wirklich bin. Drei Jahre, in denen ich mir eingeredet habe, dass es vielleicht nur eine Phase war, dass ich mich geirrt hatte, dass die Schmerzen in meinen Rippen und das Echo ihrer Worte wichtiger waren als meine Wahrheit. Drei Jahre, in denen ich gelernt habe, unsichtbar zu sein. Drei Jahre, in denen ich anderen Jungen dabei zusehen musste, wie sie ihre ersten Beziehungen erlebten, während ich noch nicht einmal mir selbst erlauben konnte zu träumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es hat noch viel länger gedauert, bis ich verstanden habe, dass Unsichtbarkeit keine Sicherheit ist. Sie ist nur eine andere Art des Erstickens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Windstoß rauscht durch die Baum über mir und lässt die Blätter tanzen. Irgendwo im Park ruft jemand den Namen eines Hundes. Ein Jogger trabt vorbei, Kopfhörer in den Ohren, versunken in seine eigene Welt. Das Leben geht weiter, wie es immer weitergegangen ist, auch nach jenem Dienstag im März, auch nach all den Jahren, die folgten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber etwas hat sich verändert. Ich sehe es in den Händen der Teenager, die vorhin vorbeigegangen sind. Ich sehe es in der Art, wie sie lachen konnten, ohne über die Schulter zu blicken. Ich sehe es darin, dass sie einfach sein konnten, was sie sind, ohne sich dafür zu entschuldigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich spüre es in der Wärme, die sich in meiner Brust ausbreitet, wenn ich daran denke. Es ist nicht nur Freude über das, was diese Jungen haben. Es ist auch etwas anderes, etwas Größeres: die Erkenntnis, dass der Schmerz von damals nicht umsonst war, wenn er dazu beigetragen hat, eine Welt zu schaffen, in der andere es leichter haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich stehe auf von der Bank und recke mich. Meine Beine sind steif vom langen Sitzen. Als ich den Park verlasse, werfe ich noch einen letzten Blick zurück auf den Weg, den das Paar entlanggegangen ist. Ihre Spuren sind längst verschwunden, aber etwas von ihrer Leichtigkeit bleibt in der Luft hängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Heimweg denke ich daran, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich mit fünfzehn solche Paare im Park hätte sehen können. Ob es mir Mut gemacht hätte. Ob alles anders gewesen wäre. Ein Teil von mir wird immer um diese unschuldigen ersten Male trauern – um den ersten Kuss, der nicht von Angst überschattet war, um die ersten Schmetterlinge im Bauch, die sich nicht gleich in Panik verwandelt haben. Um das Recht, jung und verliebt zu sein, ohne den Preis dafür bezahlen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin froh, dass es heute anders ist. Ich bin dankbar für die Welt, in der diese Jungen leben können – auch wenn sie noch besser sein könnte. Aber das bringt mir meine Jugend nicht zurück. Das macht die Jahre der Angst nicht ungeschehen. Manchmal denke ich, dass das okay ist – dass nicht alles geheilt werden muss, nicht alles einen Sinn haben muss. Manchmal denke ich, dass es genug ist zu wissen, dass andere es leichter haben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist nicht so ein Tag. Heute fühlt sich der Neid scharf an, und das ist auch in Ordnung. Morgen vielleicht weniger.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:17px"><em><strong>Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Babewyn" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Babewyn<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>,&nbsp;<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wiese-u-cruisingwaeldchen_hasenheide_2022-08-22.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Wiese-u-cruisingwaeldchen hasenheide 2022-08-22<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>,&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">CC BY-SA 4.0<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a></strong></em></p>
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		<title>Liberté, diversité, perversité! – Warum Kink zum CSD gehört</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jun 2025 11:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Street Day]]></category>
		<category><![CDATA[CSD]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Dykes on Bikes]]></category>
		<category><![CDATA[Fetisch]]></category>
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					<description><![CDATA[Jedes Jahr die gleiche Debatte: Gehören BDSM, Kink und Fetisch zum CSD? Die Antwort ist eindeutig ja – und wer das bestreitet, reproduziert dieselben diskriminierenden Mechanismen, gegen die Pride ursprünglich antrat.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 4</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Artikel ist eine aktualisierte Fassung meines alten Beitrags „Liberté, diversité, perversité! (oder Kinkstropher Street Day)“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr die gleiche Debatte: Gehören BDSM, Kink und Fetisch zum CSD? Die Antwort ist eindeutig ja – und wer das bestreitet, reproduziert dieselben diskriminierenden Mechanismen, gegen die Pride ursprünglich antrat.</p>



<span id="more-2574"></span>



<h2 class="wp-block-heading">Das Problem: Consent als Waffe gegen queere Sichtbarkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zentrale Vorwurf gegen Kink beim CSD lautet systematisch: „BDSM benötigt Zustimmung und ich habe nicht zugestimmt, das zu sehen.“ Diese scheinbar progressive Argumentation entlarvt sich bei genauerer Betrachtung als perfide Umdeutung eines emanzipatorischen Konzepts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2020 verstärken koordinierte Trollkampagnen wie z.B. „<a href="https://www.vice.com/en/article/7kpbba/operation-pridefall-4chan-gay-pride-2020" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Operation Pridefall<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>“ diese Dynamik gezielt. Diese auf 4chan organisierte Kampagne zielte darauf ab, durch systematische Verbreitung homophober Propaganda und gezielte Grooming-Vorwürfe gegen queere Kinkster die öffentliche Meinung zu manipulieren. Die <a href="https://www.thepinknews.com/2020/06/03/operation-pridefall-alt-right-4chan-discord-cyber-attack-pinknews-lgbt-pride-month/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">dokumentierte Strategie<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> ist explizit: „Graduelle Verschiebung der Diskussion“, um „Menschen dazu zu bringen, LGBTQ-Community-Mitglieder als Pädophile zu betrachten“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese manipulativen Narrative finden längst Eingang in vermeintlich progressive queere Debatten. Ein aktuelles Beispiel aus 2025: Der <a href="https://schwulissimo.de/neuigkeiten/streit-beim-csd-bielefeld-debatte-um-fetisch-gruppen" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">CSD Bielefeld verlangt von Fetisch-Gruppen spezielle „Konsenskonzepte“<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> – eine Sonderbehandlung, die für andere Teilnehmer*innen nicht gilt. Dahinter steht die Unterstellung, Kinkster seien „besonders anfällig für sexualisierte Gewalt“. Die Linke queer spricht zu Recht von „inakzeptabler Diskreditierung“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Bielefeld diskriminiert, <a href="https://www.csd-remscheid.de/2024/05/23/fetischmasken-beim-csd-ja-natuerlich/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">stellt der CSD Remscheid klar<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>: „Fetisch gehört zum CSD und zur queeren Community. Solange Gesetze und Regeln eingehalten werden […] ist Platz für alle, die stolz und frei auf die Straße gehen.“ Und Köln feiert 2025 explizit mit <a href="https://www.colognepride.de/events" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Xtreme! und anderen Fetisch-Events<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> als integralen Bestandteil der Pride-Woche.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Historische Kontinuitäten: Von Transvestiten-Gesetzen zu modernem „Consent-Shaming“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Instrumentalisierung des Consent-Begriffs gegen queere Sichtbarkeit folgt einer bewährten Strategie: Bereits die US-amerikanischen Anti-Transvestiten-Gesetze argumentierten, das Tragen geschlechtsuntypischer Kleidung sei strafbar, weil die Öffentlichkeit dem nicht „zugestimmt“ habe. Gegen genau diese Logik rebellierten die Menschen bei <a href="https://www.nationalgeographic.com/history/article/stonewall-uprising-ignited-modern-lgbtq-rights-movement" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Stonewall 1969<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> – ein Aufstand, an dem Kinkster, Fetischisten und Lederträger zentral beteiligt waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland manifestierte sich diese Logik in <a href="https://www.lsvd.de/de/ct/1022-Paragraph-175-StGB-Verbot-von-Homosexualitaet-in-Deutschland" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">§175 StGB<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> besonders perfide: Der Paragraph diente nicht nur der direkten Kriminalisierung, sondern auch „als Rechtfertigung für Überwachung und Polizeirazzien an Schwulentreffpunkten, ebenso für das Führen von Rosa Listen“. Die Hamburger Polizei <a href="https://www.spiegel.de/politik/dicker-hammer-a-c486aefb-0002-0001-0000-000014331869" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">observierte jahrelang schwule Männer<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> „durch einen Spezialspiegel“, um sie nach §175 anzuzeigen – staatliche Voyeure, die ihre Gewalt durch vermeintlichen „Schutz der Öffentlichkeit“ legitimierten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Lederdaddys: Queere Fürsorge in Zeiten staatlicher Gewalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn heute ein 70-jähriger Lederdaddy stolz seine <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Leather_pride_flag" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Lederpride-Flagge<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> schwenkt, trägt er die Geschichte einer Generation mit sich, die während der AIDS-Krise nicht nur mit staatlicher Vernachlässigung, sondern mit aktiven Vernichtungsfantasien konfrontiert war. Während in Bayern diskutiert wurde, „HIV-Positive in Lager zu verfrachten“, bildeten Leder Communities und „Dykes on Bikes“ Ersatzfamilien für Sterbende, die von ihren biologischen Familien verstoßen worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Fürsorgearbeit geschah nicht trotz, sondern wegen ihrer „Andersartigkeit“. Die Leder Community entwickelte bereits in den 1950ern <a href="http://www.onyxnynortheast.org/hanky-code-introduction" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Codes der Erkennung<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> – Bandanas, Hanky-Codes, spezifische Kleidung – als Überlebensstrategie in einer feindlichen Umgebung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pride als radikale Existenzfeier</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pride wurde von „Kinkstern, Fetischist*innen, gender non-conforming, queeren Menschen“ gegründet, nicht von „desinfizierten schwulen Männern“ (Original: „desinfected gay men“). Brenda Howard, Mitorganisatorin des ersten Christopher Street Liberation Day 1970, war „jüdisch, behindert, Sexarbeiterin, Kinksterin“ – ihr Slogan: „Bi, Poly, Switch – ich bin nicht gierig, ich weiß, was ich will.“ (Origina: „Bi, Poly, Switch – I’m not greedy, I know what I want.“)</p>



<p class="wp-block-paragraph">1973 wurden Stonewall-Aktivist*innen von assimilationistischen Schwulen ausgebuht – aus Sylvia Riveras legendärer <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Jb-JIOWUw1o" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">„Y’all Better Quiet Down“-Rede<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> stammt die bis heute gültige Kritik an der Vereinnahmung radikaler queerer Politik durch bürgerliche Normalisierungsbestrebungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Systemanalyse: Kommerzialisierung als Disziplinierungsinstrument</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatte um Kink beim CSD ist kein kultureller Konflikt, sondern Ausdruck struktureller Machtverhältnisse. Sponsoren wie PayPal oder Deutsche Bank haben ein materielles Interesse an „sauberen“ Prides – dieselben Institutionen, die Sexarbeiter*innen systematisch von Finanzdienstleistungen ausschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CSD-Veranstalter*innen internalisieren diese Zwänge und schaffen präventiv „sichere Umfelder“ für Konzerne. Das Ergebnis: sanitized Pride, die ihre eigenen historischen Wurzeln verleugnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Selektivität der Empörung: Strukturelle Queerfeindlichkeit entlarven</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Warum erregt queere Lederkleidung beim CSD Anstoß, während dieselbe Kleidung in heteronormativen Kontexten (Clubs, Werbung, Film) als „normal“ gilt? Diese Selektivität entlarvt das wahre Problem: Nicht die Kleidung ist das Problem, sondern ihre Träger*innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die systematische Verknüpfung von queerer Kink-Sichtbarkeit mit Grooming-Vorwürfen – ein Kernbestandteil von „Operation Pridefall“ – funktioniert nur, weil sie an tiefsitzende queerfeindliche Stereotype anknüpft. Diese false-flag operations nutzen die Verunsicherung queerer Communities aus, um interne Spaltungen zu vertiefen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2022 bezeichnete die Rapperin Katja Krasavice Kinkster beim Berliner CSD als „Perverse“ und „Pädophile“, die „ihre ekelhaften, perversen Fantasien ausleben“ wollen. Ihre Hetze fand <a href="https://csd-berlin.de/kommentar-von-barbie-breakout" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">breite mediale Aufmerksamkeit<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> und zeigt, wie manipulative Narrative selbst von queeren Personen internalisiert und reproduziert werden. 2024 griff eine <a href="https://queernations.de/csd-zwischen-radikaler-gegenkultur-und-gesellschaftlicher-mitte/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">breit diskutierte YouTube-Debatte<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> um die Transfrau PersiaX diese Argumentationsmuster erneut auf, wobei erstmals sichtbar wurde, wie ein „diverses und wahrscheinlich mehrheitlich heterosexuelles Publikum“ auf diese Themen reagiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Doppelte Standards: Der allgegenwärtige Hetero-Voyeurismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich durch die Stadt gehe, konfrontiert mich permanent sexualisierte Werbung, ob ich will oder nicht. <a href="https://de.statista.com/infografik/11990/frauenbild-in-der-werbung/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">30% der Frauen werden in der Werbung sexualisiert dargestellt<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> – eine Omnipräsenz, gegen die niemand „Consent-Verweigerung“ geltend macht. Ich sehe auf Bildern von Hetero-Partys, wie <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/aus-der-subkultur-in-den-mainstream-das-ledergeschirr-als-berliner-mode-statement-9365603.html" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">queere Ästhetik zur Party-Kleidung wird<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>: Ledergeschirr „ist inzwischen eher in Kostümläden als in Sexshops zu finden“. Da hat mich auch niemand gefragt, ob ich das sehen will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn ich als queerer Mensch dieselbe Kleidung trage, die Heteros für ihre Partys appropriiert haben, betreibe ich angeblich „Grooming“. Die <a href="https://werbemelder.in/pages/kriterien-und-beispiele" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Initiative „Werbemelder*in“<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> dokumentierte systematisch, wie „sexistische Werbung aus der Wirtschaft“ den öffentlichen Raum dominiert – allein 2019 gingen <a href="https://ereignishorizont-digitalisierung.de/gesellschaftspolitik/beispiele-der-sexualisierung-im-online-marketing/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">120 Beschwerden über geschlechterdiskriminierende Werbung<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> beim Deutschen Werberat ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heteros dürfen jeden Quadratmeter öffentlichen Raums sexualisieren, queere Ästhetik für ihre Events kommodifizieren und ihre Körper zur Schau stellen – aber queere Sichtbarkeit wird sofort pathologisiert. Diese Doppelmoral entlarvt das wahre Problem: Es geht nicht um „Kinderschutz“, sondern um die Kontrolle queerer Körper und die Aufrechterhaltung heteronormativer Hegemonie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Consent richtig verstanden: Gegen instrumentalisierten Kinderschutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der manipulative Verweis auf „die Kinder“ reproduziert klassische Ausgrenzungsnarrative. Kinder existieren beim CSD nicht im luftleeren Raum – sie sind mit Eltern da, die für altersgerechte Erklärungen zuständig sind. Die Forderung, queere Sexualität aus der Öffentlichkeit zu verbannen, weil Kinder sie sehen könnten, ist strukturell identisch mit den Argumenten gegen jede queere Sichtbarkeit überhaupt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Echter Kinderschutz würde diese Kinder vor queerfeindlicher Indoktrination schützen, nicht vor der Erkenntnis, dass Menschen verschieden leben und lieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Kink als integraler Bestandteil queerer Befreiung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kink gehört zum CSD, weil Kink zur queeren Geschichte gehört. Wer das bestreitet, sollte sich ehrlich fragen: Will ich Pride als Feier queerer Befreiung – oder als Scharade für die Anerkennung durch eine Gesellschaft, die uns nur akzeptiert, wenn wir uns selbst verleugnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Antwort auf diese Frage entscheidet darüber, ob Pride ein Akt der Rebellion bleibt oder zur Folklore einer Bewegung wird, die ihre eigenen Kämpfer*innen vergessen hat.</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph"><em>Den Titel verdanke ich <a href="https://eldritch.cafe/@der_zaunfink" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">@der_zaunfink<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>. Lest auch <a href="https://derzaunfink.wordpress.com" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">seinen Blog<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>.</em></p>
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		<title>The Internet That Proved Her Wrong</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jun 2025 05:02:23 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[irc]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 5</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">A friend who is 20 years younger than me recently asked me what my internet was like back then. The question made me pause, not because I couldn’t remember, but because I needed a moment to think about how to explain it. After a moment, I knew exactly which story to tell—one from about 20 years ago about an IRC channel, a lonely teenager, and how a community of strangers became family. Because this is what my internet was like back then, and not everything was shit.</p>



<span id="more-2542"></span>



<h2 class="wp-block-heading">When Digital Spaces Felt Like Home</h2>



<p class="wp-block-paragraph">This was the internet of the late 1990s and early 2000s, when IRC channels were our gathering places and screen names were as real as any given name. I was 25, part of a tight-knit online community where most of us ranged from our early twenties to thirties. We were the usual mix you’d find in those spaces—metal heads, goths, punks, and misfits who had found each other in the digital ether. This is where I got my nickname „tomate“ which I still have and use today.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Then one day, someone new found their way to our channel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">A Teenager in Grief</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Her story unfolded gradually, the way personal histories do in online spaces—shared piece by piece, trust building with each conversation. We didn’t know she was 14 at first. Her mother had died. Her father was drowning in his own grief. She had a twin sister, but somehow felt completely alone in the world. When we eventually learned her age, we realized she was carrying a weight that would challenge adults twice her age.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Looking back, I’m acutely aware that a minor finding her way into an adult online space could have gone very differently. Even then, we understood this was potentially problematic. She was lucky—incredibly lucky—that she stumbled into our particular corner of the internet and not into a channel with people who might have had different intentions.</p>



<p class="wp-block-paragraph">I still don’t know exactly what made us collectively decide to take care of her. There was no formal discussion, no vote taken. We simply recognized someone who needed what we could offer: presence, listening ears, and the patient understanding that only comes from people who’ve felt like outsiders themselves. When she talked about her grief and pain, we were there. When she felt alone, we reminded her she wasn’t.</p>



<h2 class="wp-block-heading">An Impossible Request</h2>



<p class="wp-block-paragraph">As her 16th birthday approached, she shared news that filled her with dread. Her father, in an attempt to create normalcy, had decided she and her twin sister would have a birthday party. „All the people from my school will come,“ she told us. „For her. I don’t have friends at school. You are my friends.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In a moment that surprised even me, I said, „Well, we could come.“ The rest of the channel quickly agreed—of course we could come. It seemed like the natural thing to say, though I didn’t expect it to go anywhere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„But what should I say to my dad?“ she asked.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tell him you have some people you want to invite,“ I suggested. „Your friends from the internet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">I thought it was just a comforting gesture, something to make her feel less alone about the party. I never imagined she was desperate enough to actually ask her father if her internet friends could attend. But she did. And incredibly, he said yes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Looking back, I’m honestly baffled by this. If I had a 14-year-old daughter who wanted to invite her adult friends from the internet to her birthday party, I would absolutely not allow it. Any reasonable parent would have serious concerns about a group of adults wanting to attend a teenager’s party. Her father’s decision remains a mystery to me—perhaps his own grief clouded his judgment, or maybe he was just desperate to see his daughter happy. Whatever his reasoning, it opened the door to something extraordinary.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fifteen Adults and One Birthday Party</h2>



<p class="wp-block-paragraph">What happened next was pure magic of the old internet. Fifteen adults coordinated in a secret channel she didn’t know about. We planned presents, organized who would bring cake, and even plotted a cake fight. Our coordination was chaotic at best—like a military operation run by enthusiastic amateurs. We had so much joy in the planning, partly because we sensed how important this would be for her, but mostly because we were genuinely excited about getting to meet our friend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">The Perfect Party</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Several cars pulled up to the suburban house. Fifteen adults stepped out, wearing band t‑shirts and dark clothing—exactly the kind of people who make neighbors peek through their curtains. Here we were: the internet friends, now in the pants world for a teenager’s birthday party.</p>



<p class="wp-block-paragraph">We had the time of our lives. More importantly, she did too. While her twin sister entertained her „cool“ school friends, our group played games, told stories, and laughed until our sides hurt. Later, she would tell us it was the first time she had genuinely laughed in months.</p>



<p class="wp-block-paragraph">We were ourselves, but we were also the best versions of ourselves. We didn’t drink or take drugs. We toned down our usual colorful language. Her father was there, along with other family members—I think an aunt, though I don’t remember exactly. We understood that we needed to prove we were the good people, even if we didn’t look like what they might expect good people to look like. We had to show that despite our band t‑shirts, despite being the kind of adults who hung out in IRC channels, we were trustworthy. We were there for the right reasons.</p>



<p class="wp-block-paragraph">For us, it wasn’t charity or a good deed. It was simply meeting a friend face to face. I still don’t know her legal name because her IRC nickname is her real name. In our digital community, she was exactly who she chose to be, and that was more authentic than any name on a birth certificate.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Twenty Years Later</h2>



<p class="wp-block-paragraph">That was roughly twenty years ago, and we still talk. She remains part of our extended digital family, and we remain part of hers. The internet may have changed, but some connections transcend platforms and time.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Six years ago, she was living in Paris with a boyfriend in Berlin. She flew to Berlin for her birthday, only to have him break up with her at the airport when she landed. In that moment of heartbreak and humiliation, thousands of miles from home in a foreign city, she called me.</p>



<p class="wp-block-paragraph">She spent that weekend on my couch. I ordered food, we watched terrible TV shows, and she played with my dog Barbara. It wasn’t the birthday she had planned, but it wasn’t the disaster it could have been either. By the time she flew home, she had a few decent days under her belt and wasn’t drowning in despair. Later, she would tweet: „The nicest person on this weekend was a dog.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">The Internet That Was</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Looking back, what we had was something precious. The social spaces we built and shaped ourselves on the internet, where a 14-year-old girl could stumble into a channel full of adults and find safety instead of danger. Where geography meant nothing and connection meant everything. Where you could meet people you never would have encountered in the pants world—people from different cities, different backgrounds, different walks of life, all drawn together by something more meaningful than proximity.</p>



<p class="wp-block-paragraph">It was an internet where strangers became family not through blood or shared ZIP codes, but through consistent presence and genuine care. Where showing up for someone wasn’t a hashtag or a performance, but simply what you did for people who mattered to you. Where the weirdos and misfits and outcasts found each other across vast distances and created something beautiful together.</p>



<p class="wp-block-paragraph">That connection we forged twenty-five years ago remains unbreakable. She knows she can call at 3 in the morning, and I’ll reach out to our old IRC network. They’ll rally, just as they did twenty years ago, because that’s what we do for each other. And she would do the same for any of us.</p>



<p class="wp-block-paragraph">And that is the internet I hold dear. The internet I love and miss. The internet that made the day for a 16-year-old girl who thought she had no one in the world. The internet that proved her wrong.</p>
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		<title>Im Namen des Volkes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jan 2024 17:17:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Ersatzschöffe]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheitsstrafe]]></category>
		<category><![CDATA[Knast]]></category>
		<category><![CDATA[Schöffe]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Schöffe muss man eventuell Menschen verknacken. Das ist ein wirklich komisches Gefühl. Darüber habe ich im vorerst letzten Teil der Schöffenreihe geschrieben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 2</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong><em>Vorher: <a href="https://jascha.wtf/schoeffe-am-landgericht-berlin-i-landgericht-fuer-strafsachen/" data-type="post" data-id="2041" data-wpel-link="internal">Schöffe am Landgericht Berlin I – Landgericht für Strafsachen</a>, <a href="https://jascha.wtf/schoeffe-arbeitszeit-und-entschaedigung/" data-type="post" data-id="2093" data-wpel-link="internal">Schöffe, Arbeitszeit und Entschädigung</a></em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute war der letzte Tag der Verhandlung. Gestern haben sowohl der Staatsanwalt als auch der Verteidiger plädiert und heute zogen wir uns zur Beratung zurück, um über die Schuld und bei festgestellter Schuld das Strafmaß zu entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Verfahren, an dem ich beteiligt war, kam die Kammer zu dem Urteil, dass der Angeklagte schuldig ist. Er wurde zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt. Eine weiterer, zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe muss der nun Verurteilte wohl auch noch absitzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt war ich also an einem Urteil beteiligt, das seinen Menschen für ein Jahr und neun Monate wegsperrt. Dazu gehen mir viele Gedanken durch den Kopf – so wirklich kohärent sind diese allerdings nicht. Ich habe mir nicht ausgesucht, am Strafgericht zu landen. Es hätte ja auch das Verwaltungsgericht sein können, das wäre mir in der Tat lieber gewesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde die Idee, dass einfache Bürger*innen ohne Jurist*innenblick auf die Sachverhalte bei Gericht mitwirken, sehr gut. Ich glaube sehr daran, dass der Blick „aus dem Leben“ auf die Beweislage und Zeug*innenaussagen durchaus auch Berufsrichter*innen nochmal eine anderer Perspektive geben kann (wie übrigens in diesem Verfahren geschehen). Ich habe mir allerdings im Gegensatz zu Berufsrichter*innen nicht ausgesucht, Menschen wegsperren zu können. Ich bin auch kein bisschen darauf vorbereitet, weder intellektuell noch emotional und ich bin alleine mit der Problemlage. Immerhin gibt es das Beratungsangebot der Sozialberatung der Berliner Justiz:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Möglicherweise wird man bei der Ausübung dieses wichtigen Amtes auch mit psychisch sehr belastenden Situationen konfrontiert, die in einem „nachwirken“. Da ist es gut, wenn man auf professionelle Beratung zurückgreifen kann, die zeigt, wie man sich selbst in schwierigen Situationen entlasten kann, um gesund zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir bieten Schöffendienst leistenden Personen, die für die Berliner Justiz tätig sind, vertrauliche Beratung im Rahmen Ihrer Amtsausübung an, um eigene schützende Ressourcen zu mobilisieren und damit möglichen traumatischen Folgen vorzubeugen.</p>
<cite><a href="https://www.berlin.de/gerichte/landgericht-straf/das-gericht/informationen-fuer-schoeffen/schoeffendienst2022.pdf?ts=1702425632" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Beratungsangebots der Sozialberatung der Berliner Justiz<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fühle mich allerdings nicht dazu eingeladen, mich dort mit meiner Problemlage zu melden. Es ist keine akute Belastung und es wird sicher auch kein Trauma davon zurück bleiben (so hoffe ich zumindest). Der Raum, um darüber zu diskutieren, reflektieren und den Knoten in meinem Gehirn zu lösen, den habe ich nicht und deswegen müsst ihr jetzt das hier lesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den versprochenen Teil über das Fragerecht und die Urteilsfindung werde ich so schnell nicht liefern, auch wenn ich ihn versprochen hatte.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Bildnachweis<br></strong>Titelphoto © 2024 Jascha Ezra Urbach</p>
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		<item>
		<title>Schöffe, Arbeitszeit und Entschädigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jan 2024 14:03:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Entschädigung]]></category>
		<category><![CDATA[Ersatzschöffe]]></category>
		<category><![CDATA[Landgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Schöffe]]></category>
		<category><![CDATA[Strafprozess]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Schöffenamt ist ein Ehrenamt zu dem man gezwungen werden kann. Dafür gibt es aber auch eine Entschädigung. Wie die aussieht steht in diesem Beitrag.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 2</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em><strong>Vorher: <a href="https://jascha.wtf/schoeffe-am-landgericht-berlin-i-landgericht-fuer-strafsachen/" data-type="post" data-id="2041" data-wpel-link="internal">Schöffe am Landgericht Berlin I – Landgericht für Strafsachen</a></strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schöffenamt ist ein Ehrenamt((<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__31.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">§ 31 Gerichtsverfassungsgesetz<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (GVG) )). Die Übernahme von Ehrenämtern – so lehrt es die <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ehrenamt&amp;oldid=240238552" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Wikipedia<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> – „ist in der Regel freiwillig“ und Schöffen sind eine Ausnahme dieser Regel. Nicht oder nicht rechtzeitig zu einer Sitzung erscheinenden Schöffen kann ein Ordnungsgeld  und sogar die sonstige Kosten der Sitzung auferlegt werden((<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__56.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">§ 35 Gerichtsverfassungsgesetz<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (GVG) )). Wenn ich erkranke muss ich dem Richter bescheid geben, der dann wiederum entscheidet, ob ich der Sitzung fern bleiben darf. Wenn ja, muss die Sitzung verschoben werden, denn die Kammer darf nicht einfach in neuer Besetzung zusammen treten um das Verfahren fortzuführen((§16 Gerichtsverfassungsgesetz((<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__16.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">§ 16 Gerichtsverfassungsgesetz<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (GVG) )). Wenn ich zu spät komme kann das ebenfalls ein Ordnungsgeld (bis 1000,00 EUR)(<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__178.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">(§ 178&nbsp;Absatz 1 Gerichtsverfassungsgesetz<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (GVG) )) kosten, wenn ich keine plausible Entschuldigung vorweisen kann. „Die Ringbahn ist ausgefallen“ ist in Berlin kein Grund, zu spät zu kommen, denn die Ringbahn fällt ständig aus. Auch Verspätungen bei der U‑Bahn sind in Berlin momentan keine Seltenheit. Ebenso ist ein Bahnstreik kein Grund, zu spät zu kommen, ich muss halt rechtzeitig das Haus verlassen. (Notiz an mich: <a href="https://www.gdl.de/aktuelles/news/aufruf-zum-arbeitskampf/" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Am 10.01.24 rechtzeitig das Haus verlassen!<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach jedem Sitzungstag bekommen Schöffen von dem:r vorsitzenden Richter*in das Formular HKR 177, den Auszahlungsauftrag. Darauf wir die Anwesenheit mit Uhrzeit bescheinigt und die angeordnet, die Entschädigung auszuzahlen. Die Entschädigung beträgt 7,00 EUR pro Stunde und eventuell entgangener Arbeitslohn. Das muss der Arbeitgeber bescheinigen. Mit meinem habe ich die Vereinbarung, dass ich ganz regulär weiter bezahlt werde und ich die Forderung nach der Entschädigung für den Lohn an ihn abtrete. Zusätzlich kann ich auch noch eventuell Fahrtkosten geltend machen, jedoch keine Monats-/Jahreskarten oder Taxikosten((außer der Richter ordnet eine Taxifahrt an, wie er es bei mir einmal tat)). Wenn ich von einem anderen Ort als meiner Arbeitsstelle oder von zu Hause los fahre muss das ebenfalls bescheinigt werden, höherer Kosten werden sonst nicht übernommen. Die Fahr zum Gericht und zurück ist ebenfalls „Dienstzeit“ und wird mit entschädigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt auch Fälle, an denen Personen zum Schöffendienst herangezogen werden, die kein Einkommen und keine Ersatzleistungen erhalten. Das kennt man noch von früher „Hausfrau und Mutter“. Wenn eine Person einen Haushalt führt, dort mit mindestens einer weiteren Person zusammen lebt und kein Einkommen/keine Ersatzleistungen erhält, gibt es ganze 17,00 EUR die Stunde! Ebenso werden Kosten eventuell benötigter (zusätzlicher) Kinderbetreuung vom Gericht ersetzt. Wer die Kosten nicht vorstrecken kann, kann beim Gericht einen Vorschuss beantragen. Die Entschädigungen sind in den §§5, 7, 16, 17 und 18 im „<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/jveg/" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Gesetz über die Vergütung von Sachverständigen, Dolmetscherinnen, Dolmetschern, Übersetzerinnen und Übersetzern sowie die Entschädigung von ehrenamtlichen Richterinnen, ehrenamtlichen Richtern, Zeuginnen, Zeugen und Dritten (JVEG)<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>“ geregelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Teil geht es endlich um Das Fragerecht und die Urteilsfindung, wie versprochen!</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong><em>Weiterlesen: <a href="https://jascha.wtf/im-namen-des-volkes/" data-wpel-link="internal">Im Namen des Volkes</a></em></strong></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Fußnoten</strong></p>



<div class="wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-4fc3f8e1 wp-block-group-is-layout-flex">
<div class="wp-block-group is-vertical is-content-justification-left is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-df7bfe9b wp-block-group-is-layout-flex"><p>[fme_show_footnotes]</p>
</div>
</div>
</div></div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Weiterführende Links</strong><br><a href="http://service.berlin.de/dienstleistung/326928/standort/326337/" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Merkblatt für Schöffen vom Landgericht Berlin I<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a><br><a href="https://www.berlin.de/gerichte/landgericht-straf/das-gericht/informationen-fuer-schoeffen/2023-10-17_schoeffenleitfaden-2023_fin.pdf?ts=1702425632" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Das Schöffenamt – Leitfaden für Schöffinnen und Schöffen in der Strafgerichtsbarkeit<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MoabitTurmstra%C3%9Fe_Kriminalgericht.jpg" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Fridolin freudenfett (Peter Kuley)<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">CC BY-SA 3.0<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, via Wikimedia Commons</strong></p>
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		<item>
		<title>Das E‑Rezept wird uns alle retten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jan 2024 15:10:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Apotheke]]></category>
		<category><![CDATA[E-Rezept]]></category>
		<category><![CDATA[Einmal mit Profis]]></category>
		<category><![CDATA[Gematik]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Medikamente]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit dem 01.01.2024 ist für Rezepte, die für gesetzlich Versicherte ausgestellt werden und bei denen es sich nicht um BTM handelt das E-Rezept vorgeschrieben. Ich habe letztes Jahr eines eingelöst. Ihr könnt Euch niemals vorstellen, was dann passiert ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 3</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 01.01.2024 ist für Rezepte, die für gesetzlich Versicherte ausgestellt werden und bei denen es sich nicht um BTM handelt das E‑Rezept vorgeschrieben. Ich habe letztes Jahr eines eingelöst in der Erwartung, es dann in der ersten Januar-Woche abholen zu können. Ihr könnt Euch niemals vorstellen, was dann passiert ist.</p>



<span id="more-2068"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23.12.2023 hatte ich Post von meinem Infektiologen im Briefkasten. Normalerweise versendet er keine Weihnachtsgrüße. Ich mache den Brief auf und finde darin den Ausdruck eines E‑Rezepts. Ah nice, denke ich, den QR ‑Code darauf kann man ja mit der E‑Rezept App scannen und dann hat man das dabei und kann es elektronisch… Die Daten, die in der E‑Rezept-App landen sagen nur „Rezept“ aber nicht so wirklich, was und wieviel. Top Funktion, die brauch ich unbedingt nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe zum Glück von meiner Krankenkasse schon lange die PIN zu meiner Gesundheitskarte und die App schon lange eingerichtet. Dachte ich. Ich muss jetzt aus einer langen Liste meine Krankenkasse heraus suchen (Techniker Krankenkasse steht nun mal sehr weit unten), dann auf weiter klicken, dann öffnet sich die App der Krankenkasse und verifiziert mich. Oh, es wurde schon wieder umgestellt. Jetzt muss ich erst noch die TK-Ident App runter laden und einrichten und es ist nun alles noch komplizierter. Egal, ich bin zwar nicht so gut mit Technik, aber ich werd doch noch so ne blöde App bedienen können. HEUREKA, es ist geschafft. Mit dem nPA, nicht mit der Gesundheitskarte. die kann mein Telefon auf einmal nicht richtig lesen. Egal. Ich bin so weit! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich synchronisiere die App und lade das Rezept herunter. Ich notiere mir, dem nächsten Mal meinem Arzt zu sagen, dass er mir ne Mail schicken soll, dass es ein neues Rezept gibt – denn pushen können die Rezepte nicht. Das wäre ja zu einfach, nein, man muss aktiv nachschauen gehen. Das ist bestimmt wegen Datenschutz oder die Gematik hat Angst schon wieder was falsch zu machen. Keine Ahnung. Den Ausdruck des Rezepts habe ich mittlerweile übrigens verloren. Keine Ahnung wo der ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf jeden Fall  sieht es dann ungefähr so aus, nur dass das Rezept länger gültig ist. Meines ist ja von letztem Jahr.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="473" height="1024" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-473x1024.png" alt="Der Startbild der E-Rezept App. Ein Rezept befindet sich in Einlösung." class="wp-image-2076" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-473x1024.png 473w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-139x300.png 139w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-69x150.png 69w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-768x1662.png 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-710x1536.png 710w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-946x2048.png 946w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm.png 1170w" sizes="(max-width: 473px) 100vw, 473px"><figcaption class="wp-element-caption">Der erste Bildschirm der E‑Rezept App</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ich klicke auf „Einlösen“, wähle meine Apotheke aus, zu der ich auch sonst immer gehe (denn alle Apotheken müssen das E‑Rezept einlösen können) und warte. Am 31. spaziere ich zufällig an meiner Apotheke vorbei. Oh. Man ist im Urlaub. Schade, dass wird in der App gar nicht angezeigt. Nun gut, dann warte ich halt bis Januar, dann sind sie wieder da. Außerdem kann ich ja im Tab „Bestellungen“ genau verfolgen, was bisher passiert ist:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="473" height="1024" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-473x1024.png" alt class="wp-image-2078" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-473x1024.png 473w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-139x300.png 139w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-69x150.png 69w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-768x1662.png 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-710x1536.png 710w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-946x2048.png 946w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen.png 1170w" sizes="(max-width: 473px) 100vw, 473px"><figcaption class="wp-element-caption"> <s>Bestellübersicht</s> Bestellungen in der E‑Rezpt App</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ach nee, doch nicht. Ich sehe nur, dass es eine Bestellung gibt, aber nicht was. Aber mir wurde doch von der Gematik versprochen, dass ich jetzt genau sehen kann, wie weit die Bearbeitung ist. Achse, noch einmal klicken. Dann sehe ich das endlich!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="473" height="1024" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-473x1024.png" alt class="wp-image-2079" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-473x1024.png 473w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-139x300.png 139w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-69x150.png 69w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-768x1662.png 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-710x1536.png 710w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-946x2048.png 946w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht.png 1170w" sizes="(max-width: 473px) 100vw, 473px"><figcaption class="wp-element-caption">DAS ist die Bestellübersicht der E‑Rezept App</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ja. Was? Wieso passiert da Nichts? Das Rezept ist ja nur noch 12 Tage gültig – die Bearbeitungszeit in der Apotheke geht mit auf die Gültigkeit – und ich möchte nicht, dass mir mein Arzt nochmal einen Brief mit dem Ausdruck des elektronischen Rezepts schicken muss, weil er das mit der E‑Mail zwei Tage vorher verbaselt. Zwei Tage vorher? Woher ich das weiß? Wenn ich auf die Bestellung drücke, geht ein Bildschirm auf, in dem noch einmal steht, wer verschrieben hat, wem, was und wann:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="473" height="1024" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-473x1024.png" alt class="wp-image-2081" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-473x1024.png 473w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-139x300.png 139w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-69x150.png 69w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-768x1662.png 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-710x1536.png 710w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-946x2048.png 946w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details.png 1170w" sizes="auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px"><figcaption class="wp-element-caption">Die Detail des Rezepts</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ich greife beherzt zum Telefon und rufe in meiner Apotheke an um zu fragen, was denn mit dem Rezept sei. „Ich habe hier kein Rezept“ – „Ich sehe es in der App“ – „Alle kommen jetzt mit Codes und Karten und Apps und ich kann das gar nicht. Nur auf Papier geht gut.“ – „Ja gut aber sie haben das Rezept und ich bräuchte das schon“ – „Ja aber ich habe es nicht“ – „Doch, sie müssen es abrufen“ – „Das mache ich nicht“ –  „Das müssen sie aber“ – „Heute ist viel los“ – „Ich komme gerne am Montag vorbei und wir schauen zusammen, wie wir das lösen können“ – „Ja gut“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wäre gerne zu einer anderen Apotheke gegangen aber wenn das Rezept einmal bei einer Apotheke ist, kann ich nicht mehr zu einer anderen damit gehen. Ich weiß nicht, ob die Apotheke das Rezept zurück geben kann, so dass ich woanders hin gehen könnte, meine ist immerhin der Meinung, kein Rezept zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück ist Biktarvy das Medikament, von dem ich immer einen Vorrat für mindestens 3 Monate habe, falls es mal Probleme gibt, das Rezept einzulösen. Das waren bisher Lieferhemmnisse seitens des Herstellers, jetzt kommt hinzu eine Apotheke ihr System nicht bedienen kann oder die Gematik, die einen <a href="https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-rezept/e-rezept-tag-1-ausfall-2/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">großen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/gematik-informiert-ueber-e-rezept-stoerungen-137704/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Haufen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/148364/Neue-Stoerung-beim-E-Rezept-gestriger-Fehler-nicht-vollstaendig-behoben" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Schrott<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> betreibt. Würde mich nicht wundern, wenn dieses System früher oder später jemanden das Leben kostet.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Schöffe am Landgericht Berlin I – Landgericht für Strafsachen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jan 2024 10:52:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Ersatzschöffe]]></category>
		<category><![CDATA[Landgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Schöffe]]></category>
		<category><![CDATA[Strafprozess]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die Jahre 2024 bis 2028 bin ich Ersatzschöffe am Landgericht Berlin I. Schöffen sind ehrenamtliche Richter, die an Landesgerichten zusammen mit Berufsrichtern die Kammer bei Strafprozessen bilden. Ersatzschöffen werden gewählt, um z.B. wegen Krankheit ausfallende Schöffen vor Beginn des Verfahrens ersetzen zu können. Ich rechnete damit, dass ich irgendwann dieses Jahr vom Landgericht angerufen werde und an einem Verfahren mitwirken werden. Ich ahnte natürlich nicht, dass dies gleich am 03.01.2024 passieren würde.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 2</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Für die Jahre 2024 bis 2028 bin ich Ersatzschöffe am <a href="https://www.berlin.de/gerichte/landgericht-straf/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Landgericht Berlin I<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schöffe_(ehrenamtlicher_Richter)" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Schöffen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> sind ehrenamtliche Richter, die an Landesgerichten zusammen mit Berufsrichtern die Kammer bei Strafprozessen bilden. Ersatzschöffen werden gewählt, um z.B. wegen Krankheit ausfallende Schöffen vor Beginn des Verfahrens ersetzen zu können. Ich rechnete damit, dass ich irgendwann dieses Jahr vom Landgericht angerufen werde und an einem Verfahren mitwirken werden. Ich ahnte natürlich nicht, dass dies gleich am 03.01.2024 passieren würde.</p>



<span id="more-2041"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war gerade mal eine Stunde im Büro, als mein Telefon klingelte. Am anderen Ende des Gesprächs: das Landgericht Berlin. Ich müsse nun kommen, es sei ein Schöffe ausgefallen und das Verfahren könne sonst nicht beginnen. Wie lange ich denn zum Gericht bräuchte. „Naja so 30–40 Minuten, je nachdem wie die BVG so fährt. Mit dem Taxi ginge das definitiv schneller“. Man würde mich gleich zurück rufen und mir mitteilen, ob ich ein Taxi nehmen dürfe. In den paar Minuten, die ich nun hatte sagte ich meinem Chef und meiner Kollegin bescheid und packte meine Sachen. Mittlerweile war auch die Ladung per E‑Mail eingetroffen, die muss ich nämlich am Eingang des Gerichts vorzeigen. Wie Berufsrichter werden Schöffen, die geladen sind, am Eingang des Gerichts nicht durchsucht – dafür müssen sie aber Ausweis und die Ladung vorzeigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ein paar Minuten klingelte wieder mein Telefon. „Es wurde angeordnet, dass sie mit dem Taxi kommen sollen“. Nun gut, raus aus dem Büro, ab ins Taxi. Am Landgericht darf ich den Eingang für Richter*innen verwenden, werde also nicht durchsucht. ich muss dafür die Ladung und meinen Personalausweis vorzeigen. Ich lasse mir noch den Weg zum Saal beschreiben, verlaufe mich dann doch noch ein wenig und betrete sehr gehetzt den Saal. Ab nach hinten ins Richterzimmer. Dort werde ich schnell in den Fall eingeführt, wir besprechen die Sitzordnung (ich ganz links, ich muss auch die Tür zum Richterzimmer zumachen) und die Sitzung startet mit ein bisschen mehr als einer Stunde Verspätung. Nach dem Aufruf des Verfahrens und der Eröffnung durch den vorsitzenden Richter werden meine Mitschöffin und ich noch vereidigt und dann beginnt der Staatsanwalt mit der Verlesung der Klageschrift.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht wie seriös das Bild für den Angeklagten war, als neben drei Menschen in Roben und einer gut gekleideten Schöffin eine leicht verpeilte Person in Hoodie und Jogginghose auf der Richterbank platz nahm. Das einzige Gericht, in dem Schöffen Roben tragen müssen, ist das <a href="https://www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht/service/ehrenamtliche-richterinnen-und-richter/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Verwaltungsgericht Berlin<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das mit dem Fragerecht und der Beteiligung bei der Urteilsfindung abläuft erzähle ich dann, wenn ich ich bei meinem ersten Urteil dabei war.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em><strong>Weiterlesen: <a href="https://jascha.wtf/schoeffe-arbeitszeit-und-entschaedigung/" data-type="post" data-id="2093" data-wpel-link="internal">Schöffe, Arbeitszeit und Entschädigung</a>, </strong></em><a href="https://jascha.wtf/im-namen-des-volkes/" data-wpel-link="internal"><em><strong>Im Namen des Volkes</strong></em></a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kriminalgericht.Moabit.Foyer.jpg" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Membeth<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, CC0, via Wikimedia Commons</strong></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Angels at Chaos – about volunteering and fitting in</title>
		<link>https://jascha.wtf/angels-at-chaos-about-volunteering-and-fitting-in/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jan 2024 09:06:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[37C3]]></category>
		<category><![CDATA[Angel]]></category>
		<category><![CDATA[CCC]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Engel]]></category>
		<category><![CDATA[freiwillige Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[volunteer work]]></category>
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					<description><![CDATA[After three years of involuntary break the Chaos Computer Club finally could invite to the 37th Chaos Communication Congress (37C3) in Hamburg at the CCH. I was not attending but I was as part of the leadership of a team involved in some preparation. In the Call for Angels (volunteers helping out running the event) we asked for new people to join our team. As expected we got some emails from several folks asking to join. But we got more: Emails with a CV and a motivation letter. Those maps were by people attending the Congress for the first time and eagerly trying to contribute to the community. With some of them I wrote emails back and forth because I wanted to understand why they sent emails which read like applying for a job. After all these conversations I wrote the present text in which I try to lay out my understanding of volunteer work at a CCC event. The text could work as a general text for first time volunteers at an event from the wider Chaos family.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 5</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">After three years of involuntary break the Chaos Computer Club finally could invite to the <a href="https://events.ccc.de/congress/2023/hub/de/index" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">37th Chaos Communication Congress<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (37C3) in Hamburg at the <a href="https://www.cch.de" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">CCH<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>. I was not attending but I was as part of the leadership of a team involved in some preparation. In the <a href="https://events.ccc.de/en/2023/12/06/37c3-call-for-angels/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Call for Angels<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (volunteers helping out running the event) we asked for new people to join our team. As expected we got some emails from several folks asking to join. But we got more: Emails with a CV and a motivation letter. Those maps were by people attending the Congress for the first time and eagerly trying to contribute to the community. With some of them I wrote emails back and forth because I wanted to understand why they sent emails which read like applying for a job. After all these conversations I wrote the present text in which I try to lay out my understanding of volunteer work at a CCC event. The text could work as a general text for first time volunteers at an event from the wider Chaos family</p>



<span id="more-2025"></span>



<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center"><strong>Words of advice to new Angels at the Chaos Communication (Congress|Camp)</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Welcome new Angel. Without our hundreds or even thousands of helping folks it would not be possible to make Congress or Camp happen. Thanks for joining our ranks! &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">As you might have seen there are many different shifts and roles for Angels of which some sounding more appealing than others. There are shifts where you need to have some knowledge before you can take them. This knowledge is given in introduction meetings or by taking an unrestricted shift in the team and getting trained on the fly. Heaven and the teams try to make sure that there are only restrictions for shifts in place where they are absolutely needed. Most restrictions really only need a meeting or some unrestricted shifts at the team to get lifted. Harder restrictions are in place where volunteers need to have special certification, get access to certain systems with a huge amount of data (e.g. mail-queues with emails from participants) or handling big piles of money.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">I know especially the restricted shifts are tempting because after all we want to get the event running and do as much interesting stuff at the same time, aren’t we? From my personal experience what gets the event running are the most common things: Guarding a door, collecting bottle/trash, washing dishes in the Angel kitchen, being on standby to hop in when spontaneous help is needed or check the wrist bands at the entrance.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In 2023 I got many mails from folks applying as a first time Angel in my team. Most times just a few lines asking if it would be possible to join. I read some lines about their motivation and why they want to join the team. I read things like »I am curious about these tasks« or »I was some years in another team and just want to try out new things«. I liked these. I read about giving back to the community and helping out to make this event which feels like home getting done.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/37c3_ameise_bottles-1024x682.jpg" alt class="wp-image-2029" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/37c3_ameise_bottles-1024x682.jpg 1024w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/37c3_ameise_bottles-300x200.jpg 300w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/37c3_ameise_bottles-150x100.jpg 150w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/37c3_ameise_bottles-768x512.jpg 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/37c3_ameise_bottles-1536x1023.jpg 1536w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/37c3_ameise_bottles.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px"><figcaption class="wp-element-caption">Bild: <em><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">CC BY NC SA<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> phako78 auf <a href="https://www.flickr.com/photos/11237582@N04/53434066651/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Flickr<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">And I had some mails with an attached CV lying out computer skills (which most teams do not care about), prior and actual job and some corporate bullshit about personal growth and supporting the mission. I felt like an HR manager looking for the next working drone and got a little bit upset about this. Most of those applications came from folks attending the first time. Suddenly it got me: They just want to find a place in our community and want to&nbsp; give back (whatever that means).</p>



<p class="wp-block-paragraph">I took my time to write back to these folks telling about how I see the volunteer work as an Angel and tried to give advice without killing their enthusiasm to help out. Disclaimer: other folks working at congress or camp may have other views on this topic.</p>



<p class="wp-block-paragraph">My first advice: do not try to fit into special roles at your first event. The roles will find you – not the other way around. Our community is not about personal growing but about contributing to each other and growing by doing this.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">I started as an angel watching a parking lot at CCCamp back in 2011. I did not think about how the event is run before and I certainly did not in this moment. From my point of view it was just right to help out because this community welcomed me just a few months ago warm hearted and helped me out more than one time (which is more than I could have ever thought taking in account what kind of person I was). I got a warning vest and a radio and some introduction to the job (guide arriving cars to the nearest empty space, guide leaving cars to the correct exit). it were the most boring two hours I had in a long time because no car was entering or leaving this lot. I did not know about the concept of Angels or anything about the Engelsystem, I just got hijacked by the person responsible for the parking lot. I made some bar shifts as well because I wanted to. I still knew nothing about the Engelsystem or Angel shirts for a certain amount of time helping.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">I was a speaker at 28C3 and after checking in and getting my wristband I was asked to help out at the Speakers’ Desk (back then it just had the German name »Referentenbetreuung«). I helped out guarding a door as well which was quite fun because people always tried to take this door and I met more nice people in this two hours having good chats than every before in this small amount of time. At/right after this Congress my role found me and I joined the Speakers’ Desk as a regular angel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nothing of the things I did and still do as an Angel is about personal growth, for me it is about being part of something bigger as oneself. It is about living utopia, hacking technology, thinking and society. It is about sharing common values, arguing sometimes for years about those values and still bring a variety of people together.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">My second advice: Be humble about the angel shifts you do and be proud about all the other things. There is no »who worked most hours«-contest. There is no glory in having 40 hours volunteering shifts in four days. But there is glory in giving 2 or 4 or a little bit more hours a day as an Angel and having time to make new friends, look at all the cool stuff that is happening, all the marvels and wonder created for a few days. We are at the Chaos Communication Congress|Camp and sometimes I suspect that especially first time attendees do not recognize the word »communication« in the name of the event. It is hard to communicate when doing 10hours shifts per day.</p>



<p class="wp-block-paragraph">My third advice: the community is about contributing the things that are needed – not contributing what benefits me. We need communication. We need your thoughts and ideas even if some may say otherwise. Maybe you think by yourself »what do I have to contribute? I am not a hacker and I do not do special things«. Let me assure you: Hacking is more than doing computer stuff. Being a hacker is not being able to write code but to have a certain state of mind.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Contributing to this community is more than doing volunteer work. Contributing is looking with open eyes, listening with an open heart and thinking with an open mind to recognize all the astonishing things this world could offer to us if we would let it and talking about them to others. </p>



<p class="wp-block-paragraph">I ask you to be yourself and try something new: guard a door or collect some bottles, empty the trash bins, guide people to the next toilet or help out in the Angel kitchen chopping vegetables. These ordinary work is giving more to community than my volunteer work could ever do. Thank you for being an Angel making this event possible.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Titelbild <a href="https://www.flickr.com/photos/karol_roller/53431922846/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">CC BY NC<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> Karol Roller auf <a href="https://www.flickr.com/photos/karol_roller/53431922846/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Flickr<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a></strong>.</p>
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		<title>Jascha wrapped 2023</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Dec 2023 11:50:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[2023]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>
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					<description><![CDATA[Letztes Jahr schrieb ich, dass das vorherrschende Gefühl "Lieben und geliebt werden" ist. Und auch 2023 fing so an, bis meine Beziehung in die Brüche ging. Ich schreibe diesen Rückblick, nachdem ich mir jetzt diverse Wochen die Wunden geleckt habe und ich hoffe, ich schaffe es, den Schritt zurück zu gehen, den ich für eine ehrliche Rückschau benötige. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 3</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Letztes Jahr schrieb ich, dass das vorherrschende Gefühl „Lieben und geliebt werden“ ist. Und auch 2023 fing so an, bis meine Beziehung in die Brüche ging. Ich schreibe diesen Rückblick, nachdem ich mir jetzt diverse Wochen die Wunden geleckt habe und ich hoffe, ich schaffe es, den Schritt zurück zu gehen, den ich für eine ehrliche Rückschau benötige. </p>



<span id="more-2010"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zugenommen oder abgenommen?</strong><br>Ich habe mein Gewicht stabil gehalten allerdings in den letzten Wochen um ein paar Kilo zu viel reduziert. Das bekomm ich aber gut in den Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Haare länger oder kürzer?</strong><br>Die eiste Zeit des Jahres hatte ich den gleichen schlecht ausrasierten Iro wie 2022. Aufgrund des fortschreitenden Haarausfalls lasse ich sie gerade insgesamt wachsen, um 2024 so etwa wie eine Frisur hinzubekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kurzsichtiger oder weitsichtiger?</strong><br>Die Werte sind unverändert. Jetzt neu: Ich trage Kontaktlinsen. Ich war nach so vielen Jahren ehrlich genervt von meiner Brille.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr Kohle oder weniger?</strong><br>Ich habe nach ein paar Jahren Erwerbminderungsrente durch Zufall ein Jobangebot in Teilzeit bekommen, dass ich nicht ausschlagen konnte und bei dem ich mich zum ersten Mal meinen Fähigkeiten entsprechend bezahlt fühle. Insgesamt habe ich also mehr Kohle aber…</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr ausgegeben oder weniger?</strong><br>… ich musste ein paar Dinge anschaffen: Farbe zum Renovieren der Wohnung, ein bisschen Möbel musste ersetzt werden und ich habe meine Zähne machen lassen und dafür auch ein paar Euro hinlegen musste. Also ja, mehr ausgegeben aber dafür eine so krasse Steigerung der Lebensqualität erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr bewegt oder weniger?</strong><br>Alleine dass ich jeden Tag ins Büro gehen sorgt für mehr Bewegung bei mir. Das ist gut. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der hirnrissigste Plan?</strong><br>Mich für eine Weiterbildung anzumelden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die gefährlichste Unternehmung?</strong><br>2023 war komplett ohne gefährliche Unternehmungen und wenn es nach mir geht, darf das genau so bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die teuerste Anschaffung?</strong><br>Besagte Weiterbildung, die ich ordentlich in den Sand gesetzt habe. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das beeindruckendste Buch?</strong><br>Auch dieses Jahr habe ich zu wenig gelesen – zum Glück wurde mir „Yadriel &amp; Julian. Cemetery Boys.“ von Aiden Thomas hingelegt. Zu viel hat mich an meine eigene queere Geschichte erinnert und ich musste Pausen machen und ich bin sehr froh, dass ich es bis zum Ende gelesen habe. Es war einfach so schön ❤️.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der ergreifendste Film?</strong><br>Ich hatte bei Elemental viel Wasser in den Augen. Und bei ein paar anderen, deren Titel ich aber gerade nicht mehr weiß.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die beste&nbsp;CD/das beste Album für 2023?</strong><br>Zum Glück wird nicht nach dem besten Album IN 2023 gefragt, sondern FÜR. In diesem Jahr habe ich sehr oft „6“ von Garmana gehört. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das schönste Konzert?</strong><br>Ich war bei meiner Lieblingsband JANUS auf dem 25 Jahre Vater (das Debütalbum) Konzert. Es war sehr schön wird emir berichtet, ich selbst war leider nicht in der Lage, es zu genießen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die meiste Zeit verbracht mit …?</strong><br>Erst mit ~Ihm~ und dann mit mir selbst. Wenn tägliches Telefonieren auch „Zeit verbringen“ ist war es allerdings Gerhard.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die schönste Zeit verbracht mit …?</strong><br>Ebenfalls ~Ihm~ – bis es vorbei war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vorherrschendes Gefühl 2023?</strong><br>die ersten 2/3 des Jahres Zufriedenheit und Liebe, dann Herzschmerz und Leere, jetzt zaghafte Zuversicht auf die Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2023 zum ersten Mal getan?</strong><br>Nicht zum ersten Mal, aber seit vielen Jahren wieder: mich mit meinen eigenen Dämonen auseinandersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2023 nach langer Zeit wieder getan?</strong><br>Verarbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?</strong><br>Nun, natürlich zuerst auf die Trennung. Auch wenn es jetzt irgendwie OK ist, hätte ich da natürlich gut drauf verzichten können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hätte auch gut auf meine frisch diagnostizierte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stress-Kardiomyopathie" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Stress-Kardiomyopathie<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> verzichten können. Die bekommt man zum Glück gut in den Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu guter letzt hätte ich sehr gut darauf verzichten können, renovieren zu müssen, denn ich bin einfach nicht gemacht, über Kopf zu arbeiten und eine Decke zu streichen. Und bisher waren es drei Decken (Zwei weitere folgen nächstes Jahr).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?</strong><br>Ich hatte dieses Jahr kein Thema, von dem ich jemanden unbedingt überzeugen wollte. Erst hatteich anderes zu tun, dann war ich zu sehr von mir selbst abgelenkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?</strong><br>Ein gerahmtes Bild für meine frisch renovierte Wand und einen Hardcover Queer*Welten Sammelband, der die Ausgaben 1–10 enthält.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2023 war mit einem Wort …?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">kraftzehrend</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorher: <a href="https://jascha.wtf/jascha-wrapped-2022/" data-type="post" data-id="1190" data-wpel-link="internal">2022</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">





<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em><strong>Titelfoto von <a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/meer-strand-sand-ozean-13088176/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Engin Akyurt<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>.</strong></em></p>
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		<title>Das Finanzamt braucht eine Anrede</title>
		<link>https://jascha.wtf/das-finanzamt-braucht-eine-anrede/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2023 19:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Anrede]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzamt]]></category>
		<category><![CDATA[Senatsverwaltung für Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Finanzamt braucht eine Anrede. Warum eigentlich? Das hat mich interessiert und deswegen habe ich mal bei der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen nachgefragt. Die komplette Email findet sich hier im Wortlaut.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> &lt; 1</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minute</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Warum eigentlich? Das hat mich interessiert und deswegen habe ich mal bei der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen nachgefragt. Die komplette Email findet sich hier im Wortlaut.</p>



<span id="more-1751"></span>



<p class="wp-block-paragraph">[<strong><a href="#update1" rel="nofollow">Update vom 02.02.2023</a></strong>]</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Sehr geehrte Mitarbeitende der Senatsverwaltung für Finanzen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">seit vielen Jahren schon muss ich mich damit rumschlagen, dass das Finanzamt unbedingt eine Anrede verlangt und die Auswahl „keine Angabe“, nicht zulässt. Ich kann „Keine Angabe„zwar auswählen, aber nicht abspeichern. Das wird mit einer Fehlermeldung quittiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von daher stellt sich mir die Frage, warum die Berliner Finanzverwaltung eine Anrede benötigt (es gibt auch die Möglichkeit, geschlechtsneutrale Anreden zu verwenden) und wann die Finanzverwaltung in der Lage sein wird, auf eine Anrede zu verzichten. §2 des Landesantidiskriminierungsgesetz Berlin sagt ganz klar:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Kein Mensch darf im Rahmen öffentlich-rechtlichen Handelns auf Grund des Geschlechts, […] der sexuellen und geschlechtlichen Identität sowie des sozialen Status diskriminiert werden“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verpflichtung einer binären Anrede „Frau“ oder „Herr“ ist für Menschen, die den Geschlechtseintrag divers oder keinen Eintrag besitzen diskriminierend als auch für Menschen, die sich in ihrer geschlechtlichen Identität weder Mann noch Frau zuordnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mich interessiert also sehr, wann die Sentasverwaltung diese Diskriminierung abschaffen und welche Schritte sie dafür unternehmen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese E‑Mail findet sich auch öffentlich auf meinem Blog https://jascha.wtf/das-finanzamt-braucht-eine-Anrede und so lange Sie nicht widersprechen werde ich Antworten Ihrerseits veröffentlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den besten Grüßen,<br>Jascha Urbach</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Falls die Senatsverwaltung einer Veröffentlichung der Antwort nicht widerspricht, werde ich sie hier ebenfalls veröffentlichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="update1"><strong>UPDATE 02.02.2022</strong> Mir wurde der Eingang der Mail bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommentare werden hart moderiert – ich will nämlich von niemanden wissen, warum es so ist und ich will auch mit niemanden über geschlechtliche Identität diskutieren.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">


]]></content:encoded>
					
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