Ich denke ob man Ally ist sollte sich letztlich am Handeln zeigen und kann sich eben auch von Moment zu Moment verschieben. Danach würde ich auch straight Allys bewerten. Genauso wie ich hoffe, dass wir im Sinne intersektionalen Handelns alle ab und an mal Allies sind. Allerdings brauche ich auch keine white oder dya Ally Flagge. Ich hoffe, dass ich etwas positives beitrage. Genauso wie ich mich auch immer über hilfreiche Allies freue und weiß, dass ich sie brauche.
Ally als Identität und selbst zugeschriebenes Label sehe ich skeptischer. Ich denke nicht, dass es eine eigenen Flagge braucht oder eine Aneignung queeren Erlebens um dabei zu sein. Kein „Coming-Out“ als Ally und erst recht keinen Anspruch auf Raum oder Deutungshoheit.
„Ich bin schließlich freiwillig hier“ und daraus einen Anspruch ableiten, nimmt eben den Leuten um die es gehen sollte Platz weg. Ich teile das A in LGBTQIA* gerne mit aromantischen und agender Leuten aber es muss nicht für Ally stehen.
Wenn das der Belohnungsmechanismus ist, um Menschenrechte zu bekommen, bitte. Dann bieten wir ihn halt an. Aber es verschiebt halt den Fokus. Und wenn wir den Anspruch haben, dass Allies integraler Bestandteil queerer Communities sind, müssen wir überlegen wie sehr diese einen Anteil an Community internem Diskurs haben müssen.
Es kann sicherlich schwer sein bei etwas, in das man viel Emotionen und Energie steckt, die Nebenrolle zu spielen. Aber vielleicht ist das auch auszuhalten.