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	<title>HIV - jascha.wtf</title>
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	<title>HIV - jascha.wtf</title>
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		<title>Das E‑Rezept wird uns alle retten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jan 2024 15:10:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Apotheke]]></category>
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		<category><![CDATA[Gematik]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit dem 01.01.2024 ist für Rezepte, die für gesetzlich Versicherte ausgestellt werden und bei denen es sich nicht um BTM handelt das E-Rezept vorgeschrieben. Ich habe letztes Jahr eines eingelöst. Ihr könnt Euch niemals vorstellen, was dann passiert ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 3</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 01.01.2024 ist für Rezepte, die für gesetzlich Versicherte ausgestellt werden und bei denen es sich nicht um BTM handelt das E‑Rezept vorgeschrieben. Ich habe letztes Jahr eines eingelöst in der Erwartung, es dann in der ersten Januar-Woche abholen zu können. Ihr könnt Euch niemals vorstellen, was dann passiert ist.</p>



<span id="more-2068"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23.12.2023 hatte ich Post von meinem Infektiologen im Briefkasten. Normalerweise versendet er keine Weihnachtsgrüße. Ich mache den Brief auf und finde darin den Ausdruck eines E‑Rezepts. Ah nice, denke ich, den QR ‑Code darauf kann man ja mit der E‑Rezept App scannen und dann hat man das dabei und kann es elektronisch… Die Daten, die in der E‑Rezept-App landen sagen nur „Rezept“ aber nicht so wirklich, was und wieviel. Top Funktion, die brauch ich unbedingt nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe zum Glück von meiner Krankenkasse schon lange die PIN zu meiner Gesundheitskarte und die App schon lange eingerichtet. Dachte ich. Ich muss jetzt aus einer langen Liste meine Krankenkasse heraus suchen (Techniker Krankenkasse steht nun mal sehr weit unten), dann auf weiter klicken, dann öffnet sich die App der Krankenkasse und verifiziert mich. Oh, es wurde schon wieder umgestellt. Jetzt muss ich erst noch die TK-Ident App runter laden und einrichten und es ist nun alles noch komplizierter. Egal, ich bin zwar nicht so gut mit Technik, aber ich werd doch noch so ne blöde App bedienen können. HEUREKA, es ist geschafft. Mit dem nPA, nicht mit der Gesundheitskarte. die kann mein Telefon auf einmal nicht richtig lesen. Egal. Ich bin so weit! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich synchronisiere die App und lade das Rezept herunter. Ich notiere mir, dem nächsten Mal meinem Arzt zu sagen, dass er mir ne Mail schicken soll, dass es ein neues Rezept gibt – denn pushen können die Rezepte nicht. Das wäre ja zu einfach, nein, man muss aktiv nachschauen gehen. Das ist bestimmt wegen Datenschutz oder die Gematik hat Angst schon wieder was falsch zu machen. Keine Ahnung. Den Ausdruck des Rezepts habe ich mittlerweile übrigens verloren. Keine Ahnung wo der ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf jeden Fall  sieht es dann ungefähr so aus, nur dass das Rezept länger gültig ist. Meines ist ja von letztem Jahr.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="473" height="1024" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-473x1024.png" alt="Der Startbild der E-Rezept App. Ein Rezept befindet sich in Einlösung." class="wp-image-2076" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-473x1024.png 473w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-139x300.png 139w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-69x150.png 69w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-768x1662.png 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-710x1536.png 710w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm-946x2048.png 946w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_startbildschirm.png 1170w" sizes="(max-width: 473px) 100vw, 473px"><figcaption class="wp-element-caption">Der erste Bildschirm der E‑Rezept App</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ich klicke auf „Einlösen“, wähle meine Apotheke aus, zu der ich auch sonst immer gehe (denn alle Apotheken müssen das E‑Rezept einlösen können) und warte. Am 31. spaziere ich zufällig an meiner Apotheke vorbei. Oh. Man ist im Urlaub. Schade, dass wird in der App gar nicht angezeigt. Nun gut, dann warte ich halt bis Januar, dann sind sie wieder da. Außerdem kann ich ja im Tab „Bestellungen“ genau verfolgen, was bisher passiert ist:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="473" height="1024" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-473x1024.png" alt class="wp-image-2078" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-473x1024.png 473w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-139x300.png 139w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-69x150.png 69w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-768x1662.png 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-710x1536.png 710w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen-946x2048.png 946w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestellungen.png 1170w" sizes="(max-width: 473px) 100vw, 473px"><figcaption class="wp-element-caption"> <s>Bestellübersicht</s> Bestellungen in der E‑Rezpt App</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ach nee, doch nicht. Ich sehe nur, dass es eine Bestellung gibt, aber nicht was. Aber mir wurde doch von der Gematik versprochen, dass ich jetzt genau sehen kann, wie weit die Bearbeitung ist. Achse, noch einmal klicken. Dann sehe ich das endlich!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="473" height="1024" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-473x1024.png" alt class="wp-image-2079" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-473x1024.png 473w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-139x300.png 139w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-69x150.png 69w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-768x1662.png 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-710x1536.png 710w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht-946x2048.png 946w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/erezeptapp_bestelluebersicht.png 1170w" sizes="(max-width: 473px) 100vw, 473px"><figcaption class="wp-element-caption">DAS ist die Bestellübersicht der E‑Rezept App</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ja. Was? Wieso passiert da Nichts? Das Rezept ist ja nur noch 12 Tage gültig – die Bearbeitungszeit in der Apotheke geht mit auf die Gültigkeit – und ich möchte nicht, dass mir mein Arzt nochmal einen Brief mit dem Ausdruck des elektronischen Rezepts schicken muss, weil er das mit der E‑Mail zwei Tage vorher verbaselt. Zwei Tage vorher? Woher ich das weiß? Wenn ich auf die Bestellung drücke, geht ein Bildschirm auf, in dem noch einmal steht, wer verschrieben hat, wem, was und wann:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="473" height="1024" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-473x1024.png" alt class="wp-image-2081" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-473x1024.png 473w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-139x300.png 139w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-69x150.png 69w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-768x1662.png 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-710x1536.png 710w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details-946x2048.png 946w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/arezeptapp_details.png 1170w" sizes="auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px"><figcaption class="wp-element-caption">Die Detail des Rezepts</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ich greife beherzt zum Telefon und rufe in meiner Apotheke an um zu fragen, was denn mit dem Rezept sei. „Ich habe hier kein Rezept“ – „Ich sehe es in der App“ – „Alle kommen jetzt mit Codes und Karten und Apps und ich kann das gar nicht. Nur auf Papier geht gut.“ – „Ja gut aber sie haben das Rezept und ich bräuchte das schon“ – „Ja aber ich habe es nicht“ – „Doch, sie müssen es abrufen“ – „Das mache ich nicht“ –  „Das müssen sie aber“ – „Heute ist viel los“ – „Ich komme gerne am Montag vorbei und wir schauen zusammen, wie wir das lösen können“ – „Ja gut“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wäre gerne zu einer anderen Apotheke gegangen aber wenn das Rezept einmal bei einer Apotheke ist, kann ich nicht mehr zu einer anderen damit gehen. Ich weiß nicht, ob die Apotheke das Rezept zurück geben kann, so dass ich woanders hin gehen könnte, meine ist immerhin der Meinung, kein Rezept zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück ist Biktarvy das Medikament, von dem ich immer einen Vorrat für mindestens 3 Monate habe, falls es mal Probleme gibt, das Rezept einzulösen. Das waren bisher Lieferhemmnisse seitens des Herstellers, jetzt kommt hinzu eine Apotheke ihr System nicht bedienen kann oder die Gematik, die einen <a href="https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-rezept/e-rezept-tag-1-ausfall-2/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">großen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/gematik-informiert-ueber-e-rezept-stoerungen-137704/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Haufen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/148364/Neue-Stoerung-beim-E-Rezept-gestriger-Fehler-nicht-vollstaendig-behoben" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Schrott<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> betreibt. Würde mich nicht wundern, wenn dieses System früher oder später jemanden das Leben kostet.</p>
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		<title>Eure Fragen zum Welt-AIDS-Tag 2022</title>
		<link>https://jascha.wtf/eure-fragen-zum-welt-aids-tag-2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2022 06:55:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[AIDS]]></category>
		<category><![CDATA[Gib AIDS keine Chance]]></category>
		<category><![CDATA[Nachweisgrenze]]></category>
		<category><![CDATA[PrEP]]></category>
		<category><![CDATA[Stigma]]></category>
		<category><![CDATA[Welt AIDS Tag]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Welt-Aids-Tag haben mir Menschen Fragen zu HIV und dem Leben mit HIV gestellt. Ich habe die Fragen hier gesammelt und beantwortet. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 5</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<h2 class="wp-block-heading">Wie hoch ist mittlerweile – gemessen am Stand der Medizin- die Chancen der Heilung resp. die Chancen für Behandlung und Eindämmung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fange mal mit dem Einfachen an: die Chancen für Behandlung sind sehr gut. Die existierenden HIV-Medikamente sorgen dafür, dass eine positive Person ein normales, erfülltes Leben führen kann und HIV nicht weiter geben kann – auch bei Sex ohne Kondom. Die Eindämmung von HIV ist eigentlich sehr einfach, denn Kondome und/oder <a href="https://www.aidshilfe.de/hiv-prep" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">PrEP<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> schützen sehr gut vor einer Infektion. Der Grund, warum sich immer noch Menschen mit HIV infizieren liegt einerseits in der Zugänglichkeit von PrEP, die nicht weltweit gegeben ist und natürlich auch daran, dass in vielen Teilen der Welt das Kondom Dank katholischen Intervention einfach nicht verwendet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Chance auf Heilung sehe ich momentan nicht, aber wer weiß, auf welche Idee morgen oder übermorgen ein*e Wissenschaftler*in kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kann oder sollte mensch sich/ich mich einfach irgendwo testen lassen, also anlasslos? Mache ich für Corona ja auch.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sexuell aktive Menschen sollten sich zwei bis vier Mal im Jahr testen lassen, nicht nur auf HIV sondern wenn möglich auch auf andere sexuell übertragbare Krankheiten. Bitte mach das nicht „irgendwo“ sondern in einer Arztpraxis, beim Gesundheitsamt oder einem der vielen Testangebote der Aidshilfe und anderer Beratungsstellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie genau ist ein Testergebnis mit einem Schnelltest?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das kommt auf den Schnelltest an, in der Regel liegt die Genauigkeit bei nahezu 100%. Ein Schnelltest kann jedoch nicht die Sicherheit eines PCR-Tests geben, da eine sehr kleine Chance auf ein <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/False_positives_and_false_negatives" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">false negative<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> Ergebnis besteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Darf ich fragen? Wie lebensbeeinflussend ist denn das noch? Eine Pille am Tag und man hat im Prinzip Ruhe? Und was passiert, wenn man sie vergisst?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das – eine Tablette am Tag und ich hab Ruhe vor dem Virus. Das Medikament baut einen Spiegel auf, nach 21 Tagen täglicher Einnahme kann man es auch „mal“ vergessen, ohne dass es irgendwelche negativen Auswirkungen hat. Es ist natürlich nicht zu empfehlen, die Therapie dauernd, und sei es nur für einen Tag, zu unterbrechen. Aber ja, man kann die Tablette mal verpeilen, ohne dass es negative Folgen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Physisch ist das Virus also recht gut unter Kontrolle, das größere Problem ist das Stigma, das mit einer HIV-Infektion einhergeht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Machen‘s seit PreP wieder mehr Männer ohne Kondom? (Hab ich mich wegen Affenpocken gefragt.)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, seit die PrEP verfügbar ist, haben Männer, die Sex mit Männern haben (zu Männern, die nur Heterosex ausüben kann ich nichts sagen), wieder mehr Sex ohne Kondom. Das ist ja auch völlig klar, eine richtig verwendete PrEP schützt zu 100% vor einer Infektion. PrEP-Nutzende werden zudem (zumindest in Deutschland) alle 3 Monate einmal auf HIV und anderer STD getestet, so dass auch andere Erkrankungen früh erkannt und behandelt werden können. Zusätzlich empfiehlt sich natürlich eine Impfung gegen Hepatitis A+B.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie stark sind die Einschränkungen im Alltag durch die Medikation, wenn man die HI-Viren so gut wie möglich unterdrücken möchte?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe keine Einschränkungen durch die Medikation. Yay.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie lebt es sich denn so mit der Krankheit? Merkst du im täglichen Leben was davon?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Puh, ich glaube, ich weiß, worauf Du hinaus willst und wir müssen zwischen der Krankheit AIDS und der Infektion mit HIV unterscheiden. Eine unbehandelte Infektion wird irgendwann zu einer Erkrankung mit AIDS führen. Da ich das nicht habe, kann ich nur auf die Infektion eingehen. Im täglichen Leben merke ich körperlich nichts von der Infektion. Ich habe von meinem Medikament keine Nebenwirkungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Psychisch merke ich einiges. Externe Stigmatisierung und <a href="https://www.therapie.de/psyche/info/ratgeber/lebenshilfe-artikel/stigmatisierung/formen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Selbststigmatisierung<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> machen es manchmal nicht leicht, die Infektion mit sich zu tragen. In der Welt Aids Tag Kampagne geht es ja auch nicht direkt darum, AIDS zu beenden (das natürlich auch) sondern primär das Stigma abzubauen und Vorurteile los zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wird die Viruslast bei HIV/AIDS ebenfalls per PCR-Test gemessen? Und was sind die Grenzwerte, unterhalb derer man als „nicht anteckend“ gilt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, für HIV gibt es auch einen PCR-Test. Alles unter 50 lebenden Viren pro ml gilt als „unter der Nachweisgrenze“. Hier ein Beispiel wie das bei meinem letzten Befund aussah:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="126" src="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/laborbefund-1024x126.jpg" alt class="wp-image-1128" srcset="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/laborbefund-1024x126.jpg 1024w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/laborbefund-300x37.jpg 300w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/laborbefund-150x18.jpg 150w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/laborbefund-768x94.jpg 768w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/laborbefund-1536x189.jpg 1536w, https://jascha.wtf/wp-content/uploads/laborbefund-2048x251.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px"></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt sind die Testverfahren so weit, dass die Nachweisgrenze bei 20 lebenden Viren liegt – diese Testverfahren werden aber kaum angewendet. Ab einer Last von 200 lebenden Viren pro ml Blut gilt man nicht mehr als sexuell infektiös.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kriegt jeder, der sich mit HIV infiziert, AIDS?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Therapie früher ode später ja. Das kommt aber natürlich auch drauf an, wie alt die Person ist und mit welchem HIV-Stamm sie sich infiziert hat. Eine person mit 90 und einer frischen HIV‑2 Infektion wird den Ausbruch der Erkrankung vermutlich nicht mehr erleben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ist ein HIV Test bei vielen so schambehaftet? Und wieso machen es so wenig?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn hier spielen einige Faktoren mit rein:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Zugänglichkeit</li>



<li>Sexualmoral und damit einhergehend</li>



<li>Stigmatisierung von Menschen die sich Testen lassen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Um einen Test durchzuführen braucht die Person eine Stelle, wo sie sich testen lassen kann, also eine Praxis, in der das gerne gemacht wird. Gerade in der Fläche ist das oft schwierig zu finden. Klar, Gesundheitsämter existieren aber auch dort wird man oft sehr ungut behandelt, wenn es um einen Test auf HIV/STD geht. Dazu kommen Kosten: der Test ist zu bezahlen und wenige Ärzte*innen kennen das magische Worte (Risikokontakt), so dass die Kasse die Kosten übernimmt. Es gibt Testsmöglichkeiten bei der Aidshilfe und anderen Stellen, die kostenfrei oder sogar umsonst sind, aber die müssen auch erreichbar sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie ist das mit der PrEP? Gibt es da Nebenwirkungen? Kann man die einfach nehmen? Geht man da einfach zum Hausarzt und bekommt die dann? Was ist mit Verträglichkeit mit anderen Medikamenten?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die PrEP (Prä Expositions Prophylaxe) bekommst du rein theoretisch beim Hausarzt wenn… ja wenn was? Nicht jede Praxis darf die PrEP verschreiben, sie muss sich damit auskennen. Das ist auch eine sinnvolle Regelung, denn auch wenn die PrEP gut funktioniert sind alle 3 Monate Untersuchungen durchzuführen und die Arztperson sollte scho verstehen, was da aus dem Labor zurück kommt. In der Regel sind es sogenannte Schwerpunktpraxen, die die PrEP verschreiben. Die hausärztliche Praxis sollte dich zu einer verweisen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du bekommst die PrEP, wenn in Deinem Verhalten ein „substanzielles“ Risiko liegt, dich mit HIV zu infizieren. In der Regel bekommen promiske Männer, die Sex mit Männern haben, Sexarbeitende, trans Personen und Drogengebrauchende die PrEP verschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als PrEP zugelassen ist Truvada und baugleiche Genrika. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Schwächegefühl. als ich noch Truvada nahm, waren die Nebenwirkungen nach einer Woche vorbei und alles gut. Ich kenne Fälle, wo sie anhalten und vor allem kenne ich überwiegend PrEP-Gebrauchende, die gar keine Nebenwirkungen haben. Wie immer musst Du das mit Dir selbst ausmachen Sind es mir die Nebenwirkungen wert? Wenn ja, go for it!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Truvada hat Wechselwirkungen mit anderen HIV Medikamente und einigen Hepatitis B Medikamenten. Da es über die Niere abgebaut ist, sollte man auf jeden Fall mit der Praxis oder Apotheke Rücksprache halten, wenn andere Medikamente, die über die Niere abgebaut werden, genommen werden sollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was hältst du von dem Slogan „Gib AIDS keine Chance“? Ich finde ihn stigmatisierend.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hm. Ich bin ehrlich sehr ambivalent. Was der Slogan sagen will: Du musst dich selbst schützen. Anderer können das nicht für dich tun. Das ist richtig. In einer Welt, in der Kondome, PrEP und Testmöglichkeiten für alle Menschen zugänglich sind, kann das auch funktionieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was er aber auch macht: Die Verantwortung auf die einzelne Person schieben – dabei war es ein gesellschaftlicher Kraftakt, dort hin zu kommen, wo wir heute stehen. Wenn es auf die Einzelverantwortung des Einzelnen angekommen wäre, würden HIV/AIDS ganz anders grassieren als bisher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob der Slogan stigmatisiert? Ich empfinde es nicht so – aber ich spreche da nur für mich. Was der Slogan macht(e) ist aber, den Fokus auf die Erkrankung AIDS zu schieben und nicht auf die Infektion mit HIV. Neuinfektionen wollen wir verhindern, wir sprechen aber oft nur über die Erkrankung und nicht über das Virus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Einschränkungen gibt es trotz medizinischer Behandlung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt meines Wissens nach keinen bekannten Fall, wo bei einer positiven Person eine Hepatitis spontan ausgeheilt wäre (was sonst halt vorkommen kann).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten gibt es Einschränkungen bei der Wahl der Reiseziele oder wohin ich auswandern könnte oder wo ich ein Arbeitsvisum bekäme.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie ist das beim HI-Virus mit verschiedenen Virenstämmen? Hängt das verwendete Medikament davon ab? Und wie ist das mit PREP und Virenstämmen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.hivleitfaden.de/cms/index.asp?inst=hivleitfaden&amp;snr=2173" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Es existieren HIV‑1 und HIV‑2 mit Untergruppen und Subtypen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>. Je nach Stamm verwendet man andere Medikamente zur Behandlung. Die PrEP ist Wirksam gegen HIV‑1 – also dem Stamm, der hier in der Regel auftritt. Es gibt Menschen mit Doppelinfektionen, die beide jeweils behandelt werden müssen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Titelbild</strong><br>Aidsschleife, Deutsche Aidsstiftung, Verwendung mit freundlicher Erlaubnis </p>
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		<enclosure url="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/aidsschleife.jpg" length="20911" type="image/jpeg"/><media:content url="https://jascha.wtf/wp-content/uploads/aidsschleife.jpg" width="1080" height="567" medium="image" type="image/jpeg"/>	</item>
		<item>
		<title>CN HIV – warnt doch gleich vor Positiven</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Mar 2022 12:03:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Content Note]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Inhaltshinweis]]></category>
		<category><![CDATA[Stigma]]></category>
		<category><![CDATA[Trigger Warnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Content Notes können sehr wichtig sein – es gibt aber definitiv einen Hinweis, den ihr nicht verwenden sollt: CN HIV.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 3</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Content Notes</strong> (deutsch: <strong>Inhaltshinweise</strong>) sind ein wichtiges Werkzeug, um bestimmte Inhalte eines Texts im Vorfeld anzuzeigen, so dass sich jede Person, die den Text lesen möchte, auch vorher überlegen kann, ob sie sich den Inhalten gerade gewachsen fühlt und/oder sich jetzt gerade mit diesen Inhalten auseinander setzen will. Content Note ist die entpathologisierte Form von Trigger Warnung.</p>



<span id="more-634"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Über das für und wieder von Content Notes/Trigger Warnungen möchte ich hier gar nicht schreiben, denn das haben andere sehr viel besser getan als ich – z.B. <a href="https://twitter.com/EleaBrandt" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Elea Brandt<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, die sich dem Thema von wissenschaftlicher Seite genähert hat und einen sehr langen Artikel über <a href="https://eleabrandt.de/2019/04/12/mythbusting-triggerwarnungen-in-buechern/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Triggerwarnungen in Büchern geschrieben hat<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, mit verlinkten Studien und dem Ergebnis: es kommt drauf an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Beitrag geht es um genau eine Content Note: HIV. Manchmal sehe ich auf Twitter, in anderen Netzwerken und auch in Chats, dass jemand „<strong>CN HIV</strong>“ schreibt, da es in dem Text nun mal um HIV geht. Hin und wieder habe ich die Ressourcen zu fragen, warum die Person genau diese CN gesetzt hat. Dabei bekomme ich mehr oder weniger folgende Antworten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ich möchte Betroffene vor einer ungewollten Konfrontation mit der Infektion schützen.</li>



<li>Ich möchte andere vor einer ungewollten Konfrontation mit der Infektion schützen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt zuerst sehr rücksichtsvoll und es gibt keinen Grund sich zu beschweren, oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun, ganz so leicht ist es nicht. Zuerst einmal: Die HIV Infektion kann man als HIV positive Person nicht von sich trennen. Die Infektion ist da und ich muss mich mit ihr auseinander setzen, egal ob ich das möchte oder nicht. Als positive Person muss ich jeden Tag meine Tablette nehmen um nicht an AIDS zu erkranken und auf lange Sicht zu sterben. Das Stigma und die einhergehende Diskriminierung ist Teil des Lebens eines HIV positiven Menschen und es bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder nicht offen damit leben können und dürfen um sich der Diskriminierung und dem Stigma nicht auszusetzen oder sich genau diesem aussetzen. Egal welche von beiden Wegen ich wähle, die Infektion ist und bleibt Teil von mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, vielen nicht positiven Personen ist gar nicht klar, wie stark das Stigma und einhergehende Diskriminierung auf positive Personen wirkt: <strong>25% der HIV positiven schämt sich, positiv zu sein</strong>, 27% sehen sogar bei sich selbst die Schuld, sich infiziert zu haben. Fast 30% haben ein negatives Selbstbild von sich selbst, weil sie HIV positiv sind, <strong>38% machen sich selbst Vorwürfe, sich infiziert zu haben</strong> und 43% haben das Gefühl, dass ihnen andere die schuld an ihrer Infektion geben. 56% haben mindestens eine negative Erfahrung im Gesundheitswesen aufgrund ihrer Infektion gemacht, <strong>10% wurde aufgrund ihres Status eine Gesundheitsleitung verweigert</strong>. 55% wurden wegen ihres Status sexuell zurück gewiesen (57% haben Angst vor sexueller Zurückweisung), <strong>28% erhielten sexualisierte Kommentare weil sie HIV positiv sind</strong>. <a href="https://www.idz-jena.de/fileadmin/user_upload/Projektberichte/DAH_IDZ_Positive-Stimmen_2.0_Forschungsbericht.pdf" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Das ist nur ein Ausschnitt aus einer aktuellen Studie der Aidshilfe, die ihr hier herunter laden könnt<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Scham, die Zurückweisung, das kommt alles nicht aus dem luftleeren Raum. <strong>Es gibt immer noch viel zu viel Unwissen über <a href="https://www.liebesleben.de/fuer-alle/hiv-aids/hiv-therapie/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Schutz durch Therapie<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a></strong>, allgemeine Vorurteile über Homosexualität speisen sich auch in die Vorurteile gegenüber Positiven mit ein, Sexualmoral existiert nun mal und HIV passt dort nicht rein – kurz: <a href="https://jascha.wtf/das-stigma-seid-ihr/" data-wpel-link="internal">Das Stigma seid ihr</a> und es ist untrennbar mit positiven Menschen Verbunden. <strong>CN HIV</strong> löst sich zu <strong>CN HIV positiv</strong> zu <strong>CN tomate</strong> auf – zumindest kommt das bei mir und vielen Positiven, mit dene ich in den letzten Jahren gesprochen habe, so an (bei diesen natürlich <strong>CN $name</strong>). Ihr warnt mit CN HIV vor uns positiven Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich benutze CNs aber nicht als Warnung sondern nur als Hinweis, um was es in einem Beitrag geht.“ und ich weiß schon wieder nicht, wo ich anfangen soll. Was ist ein Hinweis und was macht er? Die verschiedenen Definitionen sind sich darüber ziemlich einig, exemplarisch die aus dem <a href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Hinweis" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Duden<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>: <em>Bemerkung oder Mitteilung, die in eine bestimmte Richtung zielt und jemandem etwas (besonders eine Kenntnisnahme oder ein Handeln) nahelegt</em>. Es geht also darum, dass vor einem Beitrag zur Kenntnis genommen wird, dass es um HIV geht. Das wiederum aber doch nur, <strong>weil es für jemanden unangenehm sein könnte</strong>, es gibt sonst keinen Grund, den Hinweis zu setzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Überlegt also, wenn ihr CN HIV setzt, was ihr damit bezweckt: Wollt ihr Menschen davor schützen, sich mit HIV auseinander setzen zu müssen? Das ist keine gute Idee, es müssen sich viel mehr Menschen mit HIV auseinander setzen, damit das Stigma abgebaut wird. Wollt ihr positive schützen, mit ihrer Infektion konfrontiert zu werden? <strong>Spart euch das, denn wir WISSEN dass wir positiv sind</strong>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit der CN tragt ihr zur Unsichtbarkeit von HIV, tragt zur Unsichtbarkeit von positiven Menschen und ihrer Diskriminierungserfahrung, tragt zur Verhärtung des Stigma bei und verletzt damit HIV positive Menschen.</strong> Wenn Du nach Lesen dieses Beitrags immer noch findest, dass ein CN HIV notwendig ist, dann bist du Teil des Problems.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity">





<p class="wp-block-paragraph">Titelfoto: <a href="https://ccnull.de/foto/bloody-word-hiv/1012585" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Bloody word HIV<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> | <a href="https://ccnull.de/fotograf/marco-verch" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Marco Verch<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> | ccnull.de | <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">CC-BY 2.0<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> | Bearbeitung von Jascha Ezra Urbach</p>
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		<title>Queer Lexikon: Die AIDS-Pandemie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2021 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[AIDS]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Welt AIDS Tag]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war, wie jedes Jahr, Welt AIDS Tag und dieses Jahr hat mich das Queer-Lexikon gefragt, ob ich nicht ein bisschen über die Geschichte von AIDS und dem aktuellen Stand schreiben könnte. Natürlich konnte ich das und ihr könnt drüben beim Queer-Lexikon meinen Text "Die AIDS-Pandemie" nachlesen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> &lt; 1</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minute</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Es war, wie jedes Jahr,&nbsp;<a rel="noreferrer noopener external" href="https://www.welt-aids-tag.de/" target="_blank" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Welt AIDS Tag<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>&nbsp;und dieses Jahr hat mich das&nbsp;<a rel="noreferrer noopener external" href="https://queer-lexikon.net/" target="_blank" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Queer-Lexikon<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>&nbsp;gefragt, ob ich nicht ein bisschen über die Geschichte von AIDS und dem aktuellen Stand schreiben könnte. Natürlich konnte ich das und ihr könnt drüben beim Queer-Lexikon meinen Text „<a rel="noreferrer noopener external" href="https://queer-lexikon.net/2021/12/01/die-aids-pandemie/" target="_blank" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right"><strong>Die AIDS-Pandemie</strong><span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>“ nachlesen.&nbsp;</p>



<span id="more-570"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Das Queer Lexikon ist endlich ein gemeinnütziger Verein und stellt eine Geschäftsführung ein und dafür braucht es natürlich Geld. <a href="https://queer-lexikon.net/2021/12/07/wir-stellen-eine-geschaeftsfuehrung-ein-und-sammeln-dafuer-spenden/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Vielleicht hast Du ja ein paar Euro übrig<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">


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		<title>Und dann ist da was in deinem Blut…</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2016 16:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählt]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Arzt]]></category>
		<category><![CDATA[Hubert]]></category>
		<category><![CDATA[Infektion]]></category>
		<category><![CDATA[LGBTQI]]></category>
		<category><![CDATA[STD]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe HIV, das ist nichts Neues. Ungefähr ein Jahr nachdem ich die Diagnose mitgeteilt bekommen habe, habe ich diesen Text dazu veröffentlicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 2</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Berlin. Charlottenburg. Ich sitze mit einer Freundin in einem Café bei einem späten Frühstück. „Oh, ich muss noch beim Arzt anrufen, wegen der Blutwerte“. Ich nehme mein Telefon und wähle die Nummer meines Hausarztes. Ich war die letzten Wochen dauernd krank und mein Arzt hat mal vorsorglich einen Test „auf alles“ gemacht.<br>„Herr Urbach, ja, die Ergebnisse sind da – alles gut. Ah, HIV fehlt noch. Naja, da rufen se inner Stunde nochmal an“.<br>Wir frühstücken weiter. Trinken Kaffee, lachen viel und haben uns viel zu erzählen. „Ich ruf gerade nochmal an“.<br>„Herr Urbach, das ist komisch, das ist immer noch nicht da. Rufen se nach der Mittagspause nochmal durch?“ – „Klar“.</p>



<span id="more-14"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter erzählen, lachen, über gemeinsame Bekannte sprechen, austauschen.<br>„Herr Urbach, ich stell sie zum Herrn Doktor durch“. Mir rutscht das Herz in die Hose. „Herr Urbach, das Ergebnis ist da. Naja, was soll ich jetzt drumherum reden und sie herbestellen, sie können es sich ja schon denken“. In meinen Ohren fängt ein Rauschen an, die Stimme des Arztes am Telefon, mein Blut in den Adern, alles fällt zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[Schnitt]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sitze in der Uniklinik Frankfurt. Das dreimonatliche Blutabnehmen steht an. Ich kenne den Weg. Vom Empfang geht es hinter zu Blutabnahme. Mechanisches Scherzen mit dem Pflegepersonal. Normalität herstellen.<br>Eine Woche später Besprechen der Ergebnisse. Blah, alles gut, Entzündungswerte, Helferzellen, blah. Es ist mir egal. In den Ohren rauscht es.<br>Ich fahre zur Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[Schnitt]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beliebiger Tag. 23:50. Ich versuche seit einer Stunde zu schlafen. Sobald ich die Augen schließe, sitze ich in dem Café, höre die Stimme meines Arztes. Weine. Weine mich in den Schlaf. Schlafen. Unruhig.<br>Aufwachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Griff ist zu der Flasche Wasser neben meinem Bett und der Dose Tabletten. Jeden Tag eine nehmen. Nicht vergessen. Sie hält mich am Leben. Macht, dass dieses Virus nicht so schnell gewinnen kann.<br>Manchmal habe ich Angst, dass ich von nun an etwas verpasse. Ich bin oft kränkelnd, möchte oft nicht aufstehen. Dabei geht es mir doch recht gut. Ich möchte das Virus nicht gewinnen lassen. Ich habe es Hubert getauft, damit ich es beschimpfen kann, wenn ich wieder nicht schlafen kann. Hubert ist der Feind in meinem Körper.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hubert. Hubert, du machst mich nicht kaputt. Weisst du Hubert? Du willst mir mein Leben nehmen aber das kannst du nicht. Ich habe bereits genug für zwei Leben erlebt und ich nehme jetzt einfach mit was ich kann. Du kannst mich nicht dran hindern. Du bekommst mich nicht klein. Du kannst mir noch so oft versuchen den Boden unter den Füßen weg zu ziehen. Du kannst mir noch so oft eine in die Fresse geben. Du bekommst mich nicht klein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ab jetzt ist alles Bonus.</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Bildnachweis</strong><br>Titelbild: Urheber*in nicht auffindbar.</p>
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