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	<title>Pride - jascha.wtf</title>
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	<title>Pride - jascha.wtf</title>
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		<title>Zeigen wir, was geht, solange niemand gendern will*</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2025 09:24:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die FDP Bremen ist empört über ihren Ausschluss vom Bremer Christopher Street Day 2025 und wirft den Veranstaltern "Intoleranz" vor. Fraktionschef Thore Schäck spielt das Opfer und behauptet, der CSD bekämpfe genau das, was er fördern wolle: Toleranz für alle. Natürlich ist sich ein FDPler nicht zu blöd, mit diesem Argument zu kommen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 3</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.queer.de/detail.php?article_id=54605" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Die FDP Bremen ist empört über ihren Ausschluss vom Bremer Christopher Street Day 2025 und wirft den Veranstaltern „Intoleranz“ vor.<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> Fraktionschef Thore Schäck spielt das Opfer und behauptet, der CSD bekämpfe genau das, was er fördern wolle: Toleranz für alle. Natürlich ist sich ein FDPler nicht zu blöd, mit diesem Argument zu kommen. Aber was ist denn eigentlich jetzt genau passiert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die FDP wurde ausgeschlossen, weil sie einen Antrag gestellt hatte, der „<a href="https://www.bremische-buergerschaft.de/dokumente/wp21/land/drucksache/d21l0659.pdf" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Schluss mit Gendersprache im öffentlichen Dienst<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>“ forderte. Schäck bezeichnete geschlechtergerechte Sprache als „Gender-Unsinn“, „Fantasiesprache“ und „Verunglimpfung“ der deutschen Sprache. Das ist die gleiche die Sprache, mit der queerfeindliche Akteure systematisch die Existenz von trans, inter und nicht binären Menschen angreifen. Es fehlt nur noch „Gender Gaga“ im Vokabular von Schäck, dann wäre meine Bingokarte voll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Toleranz versus Akzeptanz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Denkfehler der FDP liegt in der Verwechslung von Toleranz und Akzeptanz. Toleranz bedeutet: „Ich ertrage dich, obwohl ich dich ablehne. Aber hey, ich lass dich existieren, auch wenn es mir <em>wirklich wirklich</em> schwer fällt.“ Akzeptanz bedeutet: „Du kannst sein, so wie du bist.“ Der CSD kämpft nicht für die gnädige Duldung queerer Menschen, sondern für ihre vollständige gesellschaftliche Anerkennung und Gleichberechtigung. Dass wir halt sein können, wie wir sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Schäck geschlechtergerechte Sprache als „Unsinn“ diffamiert, dann sagt er auch, dass meine Existenz und die Existenz von Menschen, die sich nicht in das binäre Geschlechtersystem einordnen lassen, Unsinn sind. Er fordert nicht nur die Abschaffung inklusiver Sprache, sondern die aktive Unsichtbarmachung queerer Identitäten in öffentlichen Räumen. Das ist das Gegenteil von Akzeptanz – es ist strukturelle Ausgrenzung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">FDP tut, was die FDP nun mal tut: sie opfert rum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders dreist ist Schäcks Vorwurf, der CSD betreibe „Ausgrenzung Andersdenkender“ und sei damit „heuchlerisch“. Diese Umkehrung der Realität folgt einem bekannten Schema: Die Unterdrückten werden zu Unterdrückern erklärt, Diskriminierung wird als „abweichende Meinung“ verharmlost. Ich hätte gerne einmal so viel Macht, wie sie queeren Menscehn von Queerfeidnen zugesprochen wird. Dann wäre hier aber was los. Zurück zum Thema:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist Schäck wirklich so unwissend, oder ist das bewusste Strategie? Vermutlich beides. Die FDP nutzt hier das Paradox der Toleranz: Eine offene Gesellschaft muss intolerant gegenüber jenen sein, die die Toleranz selbst bedrohen. Wer die Existenzberechtigung queerer Menschen anzweifelt, kann nicht erwarten, auf deren Solidaritätsveranstaltung willkommen zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der CSD ist keine neutrale Plattform für beliebige politische Meinungen. Er ist ein Raum der Selbstermächtigung für queere Menschen und ein Ort des Protests gegen Diskriminierung. Eine Partei, die aktiv daran arbeitet, queere Menschen sprachlich unsichtbar zu machen und sie sprachlich ausgrenzt hat dort einfach nichts verloren – nicht aus Intoleranz, sondern als Konsequenz auf das eigene Handeln. Natürlich darf die FDP so einen Antrag stellen, sie darf aber nicht erwarten, dass sie dann noch mitspielen darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die FDP kann gerne ihre Sprachvorstellungen pflegen (auch wenn sie es nicht sollte). Aber sie kann nicht erwarten, dafür auf einem Pride gefeiert zu werden oder mitfeiern zu dürfen. Das wäre ungefähr so, als würde ein Brandstifter Einlass ins Feuerwehrfest fordern und „Intoleranz“ schreien, wenn man ihn vor der Tür stehen lässt. Außerdem ist jeder andere Tag Heten-Pride, da müssen die nicht noch bei uns auflaufen. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens: 2022 hat Schäck nach dem Angriff auf eine trans Frau nach dem CSD Münster noch <a href="https://www.fdp-bremen.de/2022/09/06/hass-und-gewalt-haben-in-unserer-gesellschaft-keinen-platz/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">folgendes verlauten lassen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wollen allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Bremen und Deutschland ermöglichen. Selbstbestimmung heißt für uns, so leben zu können, wie man ist. Wir müssen Toleranz fördern und der Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher oder sexueller Identität ein Ende setzen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen dieser Mitteilung und dem Antrag der zum Ausschluss der FDP geführt hat liegen 685 Tage, ein bisschen mehr als 22 Monate. So lange hat es also gedauert, nach rechts zu rücken um zu versuchen, AfD-Wählende zur FDP zu holen. Wie wiederlich kann ein Mensch eigentlich sein? Schäck: Ja.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph">* Das Wahlprogamm 2023 der Bremer FDP hat den Titel „<a href="https://www.fdp-bremen.de/wp-content/uploads/2023/03/FDP-Bremen-Wahlprogramm-2023.pdf" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Zeigen wir, was geht<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>“</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong><em>Titelbild: Screenshot des Antrags „<a href="https://www.bremische-buergerschaft.de/dokumente/wp21/land/drucksache/d21l0659.pdf" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Schluss mit Gendersprache im öffentlichen Dienst<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>“</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Die Diskriminierungsarchitektin: Wie Julia Klöckner queere Sichtbarkeit systematisch demontiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jun 2025 09:42:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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		<category><![CDATA[Julia Klöckner]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn Neutralität zur Waffe wird Julia Klöckner hat in ihrer Rolle als Bundestagspräsidentin eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen: Das Regenbogennetzwerk der Bundestagsverwaltung darf nicht mehr am [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 4</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<h2 class="wp-block-heading">Wenn Neutralität zur Waffe wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Julia Klöckner hat in ihrer Rolle als Bundestagspräsidentin eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen: <a href="https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/06/christopher-street-day-berlin-regenbogennetzwerk-bundestagsverwaltung.html" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Das Regenbogennetzwerk der Bundestagsverwaltung darf nicht mehr am Christopher Street Day in Berlin teilnehmen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>. Die Begründung? „Neutralitätspflicht“. Eine Argumentation von solch durchsichtiger Verlogenheit, dass man sich fragt, ob Klöckner ihre Zuhörer für komplette Narren hält.</p>



<span id="more-2558"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Denn dieselbe Bundestagspräsidentin, die queere Sichtbarkeit beim CSD mit Verweis auf politische Neutralität unterbindet, lässt <a href="https://www.queer.de/detail.php?article_id=53616" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">zum Internationalen Tag gegen Homo‑, Bi‑, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) am 17. Mai sehr wohl die Regenbogenflagge am Bundestag hissen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>. Ein Widerspruch, der jeder Logik spottet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klöckners Begründung für diese Doppelmoral offenbart die ganze Verlogenheit ihrer Position: „Der Christopher Street Day lebe als Tag der Versammlung, des Protests und der Feier von seiner kraftvollen Präsenz auf den Straßen“ und benötige daher keine zusätzliche Beflaggung am Bundestag.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Moment – wir sollen also glauben, dass gerade <em>weil</em> der CSD so wichtig für die Straßenpräsenz ist, man diese Präsenz aktiv schwächen sollte, indem man dem Regenbogennetzwerk der Bundestagsverwaltung die Teilnahme verweigert? Diese intellektuelle Gymnastik wäre beeindruckend, wenn sie nicht so durchschaubar wäre. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://www.queer.de/detail.php?article_id=53956" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Berliner CSD spricht zu Recht von einer „aktiven politischen Absage an queere Sichtbarkeit“<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> und einem „politischen Tabubruch“. Denn genau das ist es: eine bewusste Entscheidung gegen die Community, verkleidet als administrative Neutralität.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirchenpolitik ja, Queerpolitik nein: Die Anatomie der Doppelmoral</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders entlarvend wird Klöckners Neutralitätsrhetorik, wenn man ihren eigenen politischen Aktivismus betrachtet. <a href="https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2025/pm-250430-kirchentag-1064242" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Am 3. Mai 2025 trat sie beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> nicht nur als Gast auf, sondern hielt eine Bibelarbeit (eine theologische Textauslegung mit aktuellen Bezügen), <a href="https://www.evangelisch.de/inhalte/242783/03-05-2025/promitalks-auf-dem-kirchentag-rotes-sofa-mit-julia-kloeckner-und-christian-wulff" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">diskutierte auf dem „Roten Sofa“<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> und verteidigte ihre kirchenpolitischen Positionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die katholische Theologin und CDU-Politikerin hatte zuvor öffentlich gefordert, Kirchen sollten sich weniger zu tagespolitischen Themen äußern und sich stattdessen auf „Sinnfragen“ konzentrieren. Dass sie selbst als Bundestagspräsidentin bei einem kirchlichen Großereignis auftritt und dort dezidiert religiöse und politische Positionen vertritt, zeigt die ganze Dreistigkeit ihrer doppelten Standards. Neutralität für andere predigen, während man selbst ungeniert die eigene Agenda vorantreibt – das ist Klöckners Politikverständnis in Reinkultur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung, zum IDAHOBIT die Regenbogenflagge zu hissen, zum CSD aber nicht, entlarvt das wahre Motiv hinter Klöckners Manöver: Es geht nicht um Neutralität, sondern um die strategische Kontrolle queerer Sichtbarkeit. Während der IDAHOBIT als harmloser „Gedenktag“ durchgewunken werden kann, ist der CSD explizit als Demonstration und politischer Akt konzipiert – und genau das ist Klöckner ein Dorn im Auge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei wurde die Regenbogenflagge erst 2022 unter Bundestagspräsidentin Bärbel Bas erstmals am Reichstagsgebäude gehisst – ein historischer Moment der Solidarität. Klöckner demontiert diese symbolische Geste gezielt und instrumentalisiert dabei eine vorgebliche Neutralität, die sie selbst nicht praktiziert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Strukturelle Diskriminierung als Verwaltungsakt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier liegt der fundamentale Mechanismus: Die Vorstellung, ein Parlament oder seine Verwaltung könnten „neutral“ sein, ist bereits eine politische Position. Wie der CSD-Verein richtig analysiert: „Wer die Teilnahme von queeren Netzwerkgruppen staatlicher Institutionen untersagt, kündigt stillschweigend den Konsens auf, dass Grundrechte sichtbar verteidigt gehören.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Parlament ist per Definition ein politischer Raum. Seine Verwaltung ist Teil dieses politischen Systems. Die Behauptung, man könne sich aus politischen Fragen heraushalten, ist selbst eine hochpolitische Entscheidung – nämlich die Entscheidung für den Status quo und gegen marginalisierte Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was hier geschieht, ist strukturelle Diskriminierung in Reinform: eingebettete Machtstrukturen, die bestimmte Gruppen systematisch benachteiligen, während sie als neutrale Verwaltungspraxis erscheinen. Diese normalisierten Ausschlüsse werden nicht als direkte Diskriminierung wahrgenommen – und genau das macht sie so gefährlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders perfide wird diese Politik in Zeiten, „in denen CSDs zur Zielscheibe rechtsextremer Angriffe werden“. Allein in den letzten Wochen häufen sich <a href="https://ohai.social/@jascha/114693794499044975" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Angriffe auf queere Veranstaltungen und Einrichtungen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> – von zerstörten CSD-Bannern bis hin zu gewalttätigen Übergriffen. Gerade jetzt wäre politischer Rückhalt „mehr als angebracht“ gewesen. Stattdessen nutzt Klöckner diese kritische Situation, um queere Menschen weiter zu marginalisieren und liefert eine Steilvorlage für alle, die queere Rechte als „Ideologie“ diffamieren wollen. Das Timing könnte kaum zynischer sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst aus den eigenen Reihen kommt Kritik: CDU-Bundestagsabgeordneter Jan-Marco Luczak fordert eine Lösung, „die das jenseits der gebotenen Neutralitätspflicht ermöglicht“, und betont, dass beim CSD „eine Million Menschen für Gleichberechtigung und Toleranz“ demonstrieren – Werte, für die auch der Bundestag einstehe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Rücktritt als logische Konsequenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Julia Klöckners Amtsführung offenbart ein gefährliches Muster institutionalisierter Heuchelei: Unter dem Deckmantel vermeintlicher Neutralität wird systematisch gegen queere Sichtbarkeit vorgegangen, während die eigene politische Agenda – sei es beim Kirchentag oder in der Kirchenpolitik – mit der Subtilität eines Dampfhammers vorangetrieben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese kalkulierte Doppelmoral ist nicht nur heuchlerisch, sie ist demokratieschädigend. Wenn die zweithöchste Repräsentantin des Staates queere Menschen systematisch unsichtbar macht und dabei den Verwaltungsmantel umhängt, dann zeigt das die ganze Perfidie einer Politik, die Marginalisierung als bürokratischen Normalfall tarnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderung liegt darin, diese subtilen Prozesse der institutionellen Ausgrenzung zu erkennen und aktiv zu dekonstruieren. Klöckners Vorgehen ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie strukturelle Diskriminierung funktioniert: unsichtbar für die Mehrheitsgesellschaft, aber hocheffektiv in der systematischen Benachteiligung queerer Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klöckner sollte endlich die Konsequenzen aus ihrer systematischen Aushöhlung demokratischer Werte ziehen und zurücktreten. Wenn sie unbedingt Kirchenpolitik machen will, kann sie das gerne bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber Nestlé tun – aber nicht vom zweithöchsten Amt der Republik aus. Das wäre das Mindeste, was queere Menschen und alle anderen, die an tatsächliche demokratische Repräsentation glauben, von ihr erwarten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Parlament, das sich der queeren Community verweigert, verweigert sich der Demokratie selbst. Denn Demokratie lebt von der Sichtbarkeit aller ihrer Bürger*innen – nicht nur derjenigen, die der Bundestagspräsidentin politisch genehm sind.</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Sven_Volkens" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Sven Volkens<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:CSD_Berlin_2018_05.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">CSD Berlin 2018 05<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode" target="_blank" rel="noreferrer noopener external" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">CC BY-SA 4.0<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a></strong></p>
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		<title>Regenbogenfahnen vor Bundesministerien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2022 14:12:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Street Day]]></category>
		<category><![CDATA[CSD]]></category>
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					<description><![CDATA["Das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) hat die Genehmigung erteilt, dass die Regenbogenflagge zu bestimmten Anlässen wie dem Christopher Street Day an Dienstgebäuden des Bundes gehisst werden darf."]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 2</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">„Das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) hat die Genehmigung erteilt, dass die Regenbogenflagge zu bestimmten Anlässen wie dem Christopher Street Day an Dienstgebäuden des Bundes gehisst werden darf.“ So beginnt die <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2022/04/regenbogenflagge.html" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Pressemitteilung des BMI<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>. Die Genehmigung kann man im <a href="https://www.protokoll-inland.de/SharedDocs/downloads/Webs/PI/DE/Beflaggung/BesBeflaggung/BMI_06042022_Regenbogenflagge.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Wortlaut beim BMI (bzw. Protokoll Inland) nachlesen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (PDF).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt dürfen also endlich Regenbogenfarben vor Bundesministerien, Behörden, etc. gehisst werden und <strong>ich finde das falsch</strong>. „Ach tomate, was ist denn jetzt schon wieder verkehrt?“ wird da jetzt einigen Lesenden durch den Kopf gehen. Es ist eigentlich sehr einfach.</p>



<span id="more-723"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regenboggenflagge gehört den queeren Communities. Sie gehört nicht dem Einzelhandel (wo ich mich auch jedes Jahr aufrege, wenn im Pride Month plötzlich alle Logos in Regenbögen erstrahlen), den Parlamenten oder den Behörden. Sie ist ein Zeichen der LGBTQI-Bewegung und ihres Kampfes für Selbstbestimmung und Anerkennung und da liegt doch auch <a href="https://de.wiktionary.org/wiki/da_liegt_der_Hund_begraben" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">der Hund begraben<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>: Die Entschädigungen für die Opfer des §175 sind zu niedrig und bei weitem wurden noch nicht alle erreicht, dafür läuft das Gesetz bald aus (<a href="https://mannschaft.com/§-175-stgb-letztes-jahr-nur-sechs-antraege-auf-entschaedigung/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">siehe dazu mannschaft.com<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>), wir haben nach wie vor kein Selbstbestimmungsgesetz, es soll bis <a href="https://www.queer.de/detail.php?article_id=41511" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Ende des Jahres kommen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (ob es das wird, werden wir sehen) und die Polizei muss erst einem <a href="https://www.queer.de/detail.php?article_id=41510" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Bündnis für Akzeptanz uns Respekt beitreten<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, um <strong>queerfeindlicher Diskriminierung entgegenzutreten.</strong> Die Zahl queerfeindlicher Straftaten wird immer größer (beim <a href="https://www.lsvd.de/de/ct/2445-Homophobe-Gewalt" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">LSVD finden sich unter Punkt 3 Zahlen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>) aber politisch wird wenig dafür getan, die Akzeptanz von LGBTQI zu fördern – statt dessen werden Förderungen für Projekte zusammengestrichen und den Projekten die finanzielle Grundlage entzogen (Hier ein Beispiel aus <a href="https://www.queer.de/detail.php?article_id=41660" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Sachsen<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, eines aus <a href="https://plus.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/rgr-plant-kurzungen-bei-antidiskriminierung-berlin-spart-an-der-regenbogenhauptstadt-449739.html" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Berlin<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regenbogenfarben als Symbol unseres Kampfes für queeres Leben hat vor Bundesgebäuden nix verloren. Wenn das Innenministerium oder das Bundeskanzleramt die Regenbogenfahne hisst, wollen sie zeigen, dass sie hinter den queeren Communities stehen. Das ist in der Theorie schön, v<strong>ersteckt aber, dass wirklich noch viel passieren muss, bis LGBTQI in Deutschland genauso wie jeder cis hetero Mensch leben kann.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann verstehen, wenn das andere queeren Menschen anders sehen und ich bin auf Eure Sichtweise in den Kommentaren gespannt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em>Das Titelbild aus ein Ausschnitt aus einem Bild, dass das <a href="https://www.bmuv.de" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> auf Twitter gepostet hat.</em></p>


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		<title>Straight Allys brauchen keine Flagge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2021 15:19:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Verwechslung]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war CSD und nach eineinhalb Jahren Pandemie war es einfach ein unglaubliches Gefühl, endlich wieder gemeinsam auf der Straße zu sein und ein paar Stunden ein paar Kilometer Straße für "uns" zu haben.

Wie jedes Mal wehten die verschiedenen Fahnen der verschiedenen queeren Communities und ich freu mich immer wahnsinnig, diese große Vielfalt an Identitäten zu sehen. Ich weiß, dass unter denen die auf dem CSD mitlaufen auch immer wieder Straight Allys befinden. Straight was?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 2</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Es war CSD und nach eineinhalb Jahren Pandemie war es einfach ein unglaubliches Gefühl, endlich wieder gemeinsam auf der Straße zu sein und ein paar Stunden ein paar Kilometer Straße für „uns“ zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie jedes Mal wehten die verschiedenen Fahnen der verschiedenen queeren Communities und ich freu mich immer wahnsinnig, diese große Vielfalt an Identitäten zu sehen. Ich weiß, dass unter denen die auf dem CSD mitlaufen auch immer wieder Straight Allys befinden. Straight was? </p>



<span id="more-102"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Straight Ally</strong>&nbsp;(eng., deutsch etwa heterosexuelle Verbündete) sind Personen, die sich als&nbsp;heterosexuell&nbsp;und&nbsp;cisgender&nbsp;identifizieren, die die&nbsp;LGBT-Bewegung unterstützen und sich zusätzlich gegen&nbsp;Homophobie,&nbsp;Lesbophobie,&nbsp;Biphobieund/oder&nbsp;Transphobie&nbsp;aussprechen. Der Begriff hat seinen Ursprung als&nbsp;Neologismus&nbsp;des&nbsp;englischen&nbsp;„<em>straight ally</em>“. (<a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Straight_Ally&amp;oldid=214171297" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Wikipedia<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, abgerufen am 25.07.2021)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt erst einmal sehr gut und ich freue mich, dass es Menschen gibt, die queere Communities einfach so unterstützen und auch auf dem CSD mitlaufen. Das ist toll, wirklich wenn da nicht… ja wenn da nicht der Umstand wäre, dass es einige dieser Straigth Allys gibt, die eine Fahne mit sich führen – nämlich die, die ihr auf dem Titelbild seht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">I<strong>ch sehe diese Fahne jetzt seit ein paar Jahren und jedes Jahr ärgere ich mich darüber</strong>. Ich habe nachgedacht, was mich denn daran ärgert, denn wieso ist es denn schlimm, wenn hetero cis Menschen den Umstehenden zeigen, dass sie für queere Rechte streiten? Das ist doch toll, dass sie das tun, oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ja es wäre toll, wenn da nicht der Umstand wäre, dass die Fahne <em>mir</em> etwas ganz anderes erzählt</strong>. Erst einmal erzählt mir die Fahne, dass da ein nicht queerer Mensch ist, der auf dem CSD mitläuft und unbedingt markieren muss, dass keine Queerness vorhanden ist, nicht dass nachher noch jemand aus versehen meint, dass da noch eine weitere queere Person mitläuft. Dann erzählt mir die Fahne etwas von Raumnahme: Der CSD ist für queere Menschen. Natürlich laufen auch Allys mit und das ist auch toll, aber sie markieren sich in der Regel nicht. Die <strong>Straight Ally Fahne zeigt mir aber schmerzhaft, dass egal ist, für wen etwas ist, die Heten nehmen sich einfach, was sie wollen</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich gehe stark davon aus, dass nichts davon von den Personen beabsichtigt ist und unterstellte auch keinen bösen Willen. <strong>Ich unterstelle aber klassisches Heten-Geltungsbedürfnis, auf keinen Fall mit einer queeren Person verwechselt zu werden denn das geht ja nun gar nicht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nun ja liebe Mitlesenden, was meint ihr?</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">


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		<title>Statement im Queerspiegel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2021 14:43:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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		<category><![CDATA[CSD]]></category>
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					<description><![CDATA[Zufällig wurden mein Freund Otis und ich auf dem CSD Berlin von einer Reporterin des Tagesspiegels angesprochen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> &lt; 1</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minute</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Zufällig wurden mein Freund Otis und ich auf dem CSD Berlin von einer Reporterin des Tagesspiegels angesprochen, ob wir ihr ein paar Fragen beantworten könnten und ob sie ein Foto von uns machen dürfte. Veröffentlicht wurde es im <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/csd-berlin-2021-im-blog-65-000-leute-bei-parade-groesste-demo-in-der-coronakrise/27450424.html" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Liveblog zum CSD<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> im Tagesspiegel (Eintrag 24. Juli 2021 16:15 Uhr)</p>



<span id="more-88"></span>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em>Titelbild ist ein Ausschnitt aus dem Bild von Farangies Ghafoor.</em></p>





<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"></p>
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		<title>taz am Wochenende: Sicherer als Blümchensex</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2021 06:27:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
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					<description><![CDATA[Die taz am Wochende fragte an, ob ich ein „Loblied auf den Fetisch“ schreiben könne. Ich hab natürlich zugesagt und nach 20 Minuten hatte den ersten Entwurf fertig – persönlicher als ich dachte und so gar nicht allgemein gehalten, wie ich es vor hatte. Zwei Durchgänge später war der Text fertig, abgeliefert und die Redaktion hat ihn genommen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> &lt; 1</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minute</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">Die taz am Wochende fragte an, ob ich ein „Loblied auf den Fetisch“ schreiben könne. Ich hab natürlich zugesagt und nach 20 Minuten hatte den ersten Entwurf fertig – persönlicher als ich dachte und so gar nicht allgemein gehalten, wie ich es vor hatte. Zwei Durchgänge später war der Text fertig, abgeliefert und die Redaktion hat ihn genommen.</p>



<span id="more-83"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Den Text findet ihr in der Gedruckten <a href="https://taz.de/Themen-der-Ausgabe-24/25-Juli/!5788725/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">taz am Wochenende 24./25. Juli 2021<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> (da mit sehr schönem Foto von mir) und auf <a href="https://taz.de/Streit-um-Fetisch-beim-CSD/!5787153/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">taz.de<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> mit einem anderem Foto von mir.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em>Titelbild: Screenshot von taz.de</em></p>





<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Ich war Komparse: LEOPOLD – DEHYDRATED</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2021 22:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
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		<category><![CDATA[schwul]]></category>
		<category><![CDATA[SchwuZ]]></category>
		<category><![CDATA[toxische Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[In meinem Instagram kommt eine Nachrichtenanfrage. Es ist LEOPOLD, der mich fragt, ob ich mir vorstellen könnte, am nächsten Tag als Komparse in seinem Musikvideo mit zu spielen. Er sucht explizit Puppies, weil er gerne diesen Kink positiv in dem Video darstellen möchte. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> &lt; 1</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minute</span></span>
<p class="wp-block-paragraph"><em>Beitrag enthält unbezahlte Werbung</em><br><a href="#update_1">Update</a> am 15.08.2021</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem <a href="https://www.instagram.com/pupcrash_/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Instagram<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> kommt eine Nachrichtenanfrage. Es ist <a href="https://www.instagram.com/leopold.music/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">LEOPOLD<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, der mich fragt, ob ich mir vorstellen könnte, am nächsten Tag als Komparse in seinem Musikvideo mit zu spielen. Er sucht explizit Puppies, weil er gerne diesen Kink positiv in dem Video darstellen möchte. </p>



<span id="more-42"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe kurz überlegt und dann zugesagt. Das Video wurde im <a href="https://www.schwuz.de" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">SchwuZ<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> gedreht, dort lernte ich <a href="https://www.instagram.com/veloxthedox/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Velox<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> kennen, der mein Komparsenpartner sein soll. Wir haben uns verdammt gut verstanden und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Clip war <a href="https://www.queer.de/video-des-tages.php?vid=880" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Video des Tages bei queer.de<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> und LEOPOLD hat dort erklärt, warum Velox und ich mit dabei sind: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte das Video unbedingt mit Puppies drehen. Denn wo die Gesellschaft in Sachen toxischer Männlichkeit und Co. noch einiges aufzuholen hat, sind so manche Fetischszenen und Subkulturen schon einen Schritt weiter. Hier werden Aggression und Dominanz, also Attribute, die als männlich gelten, zwar als Stilmittel oder Teil eines Rollenspiels eingesetzt, aber stets der respektvolle Umgang miteinander gewahrt.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann ich so unterschreiben. Neben einem netten Nachmittag hab ich auch noch ein paar SchwuZ-Solisocken abgegriffen – ihr seht sie auch im Video. Falls ihr also ein paar Socken braucht, sie sind sehr bequem und das SchwuZ kann jeden Cent gebrauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="update_1"><strong>UPDATE 15.08.2021</strong>: <a href="https://jascha.wtf/behind-the-scenes-dehydrated/" data-type="post" data-id="352" data-wpel-link="internal">Auf dieser Seite gibt es einige Behind the Scene Fotos</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Natürlich kannst Du den Song auch kaufen oder streamen, das geht bei <a href="https://www.amazon.de/dp/B0BNQ8XPJC/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Amazon<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, <a href="https://open.spotify.com/album/5rcDCjSZlOf80h9DvxkF3s" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Spotify<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, <a href="https://music.apple.com/de/album/dehydrated-single/1657365697" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">Apple Music<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a> oder im <a href="https://music.apple.com/de/album/dehydrated/1657365697?i=1657365698" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">iTunes Store<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><strong>Bildnachweis</strong><br>Das Titelbild ist ein Screenshot aus dem Video</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Alte Wunden heilen</title>
		<link>https://jascha.wtf/alte-wunden-heilen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tomate]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2020 21:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählt]]></category>
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					<description><![CDATA[1996. Ich lebe auf dem Land und will seit Jahren sagen, dass ich Männer toll finde. In diesem Jahr sage ich es. Ich bin 15 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<span class="span-reading-time rt-reading-time" style="display: block;"><span class="rt-label rt-prefix">Lesedauer</span> <span class="rt-time"> 3</span> <span class="rt-label rt-postfix">Minuten</span></span>
<p class="wp-block-paragraph">1996. Ich lebe auf dem Land und will seit Jahren sagen, dass ich Männer toll finde. In diesem Jahr sage ich es. Ich bin 15 und allein. Klar, man hat nix gegen Schwule – es ist halt nur so ein Schimpfwort auf dem Schulhof. „Schwule sind etwas Schlechtes“ ist das, was bei mir ankommt. Da ich schwul bin, bin ich also etwas Schlechtes.</p>



<span id="more-35"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In der Schule bekamen wir nur die Information, dass es Homosexualität gab, dass inzwischen keiner mehr dafür ins Gefängnis ging und dass man Schwule nicht diskriminierte. Über Lesben, Trans* und Inter-Menschen erfuhren wir damals nichts. So richtig hatte ich noch nicht verstanden, was „schwul“, was „queer“ bedeutet. LGBTQI* sagte mir noch nichts. Die Regenbogenfahnen kannte ich nur als „Friedensfahne“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu meinem Glück fand ich über das Internet Zugang zu Newsgroups und Foren und probierte dort – neben jeder Menge Unfug –, etwas über mich herauszufinden. Mit Erwachsenen konnte und mochte ich nicht darüber reden. In der Bibliothek gab es zwar entsprechende Bücher, aber ich wollte nicht, dass jemand erfuhr, dass ich solche Bücher auslieh. Und die Bibliothekarin bei uns war ebenso geschwätzig wie mein Arzt. Auf dem Land gab es für mich außerhalb meines Zimmers keine Privatsphäre. Es gab nur Ablehnung, Häme, „das ist eine Phase“ und Freunde, die sich mit mir plötzlich nicht mehr treffen wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwule waren dann okay, wenn sie nicht in der Nachbarschaft wohnten und man nicht direkt mit ihnen zu tun hatte. Immer mit ausreichender Distanz und „Sicherheitsabstand“. Es war ätzend, denn ich wollte nicht auf Distanz gehalten werden, nur weil ich anders war. Manchmal sah ich im Fernsehen die Berichte über den CSD in Frankfurt. Frankfurt, eine Stunde entfernt, aber für mich unerreichbar. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass der auch für mich war, denn dort waren die „anderen Schwulen“. Die immer gleichen Fernsehbilder der schrillen, freizügigen und tuntigen Schwulen und die Reaktionen und Kommentare meines Umfelds verunsicherten mich. Was dort zu sehen war, was dazu gesagt wurde, war ganz anders, als ich mich wahrnahm. „Und außerdem sind das alles Pädophile“, hörte ich einmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich kurz Mut fasste, mir überlegte, ob das doch auch eine Veranstaltung für Menschen wie mich war – was wäre, wenn mich dort jemand gesehen hätte?! Nein, das war keine Option.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach meiner HIV-Infektion, Mitte der 2010er Jahre, brach meine Welt zusammen. Ich wusste nicht mehr, wo oben oder unten war und die nächsten zwei Jahre war ich mir selbst noch fremder als jemals zuvor. Wer war ich überhaupt? Und das obwohl ich um die Therapien, Nichtübertragbarkeit und vieles wusste. Erst der Rückhalt durch meine jetzigen Freund*innen half mir, wieder den Boden unter den Füßen zu spüren. So einen Rückhalt hätte ich 1996 ebenfalls gebraucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen hat sich vieles geändert. Ich habe mich verändert. 2018 war ich auf dem Berliner CSD, wie vorher schon auf vielen anderen CSDs. Bisher war ich nur für das abstrakte Politische und natürlich für die Solidarität mit anderen da. Aber 2018 lief ich bei der Demo mit – im Lederharness und Jock. Ich war gerade in einer Phase, in der ich mich sexuell neu fand, ausprobierte, Fetische und Kinks erkundete und mich selbst lieben lernte. Es war eine große, geile Party, ich traf eine Menge alte Bekannte sowie Freund*innen und lernte neue Menschen kennen. Den Rest des Abends lies ich mich über den CSD treiben. Und plötzlich verstand ich es. Plötzlich wusste ich, wofür der CSD da war – da sein soll, da sein MUSS! Der CSD ist die ultimative Demonstration unserer selbst. Wir sind da! Wir sind verschieden! Wir haben ein paar Kilometer Stadt für uns und unterliegen ausnahmsweise, wenn auch nur ganz kurz einmal nicht den Regeln dieser cis-heteronormativen Mehrheitsgesellschaft. Hier sind wir, die Schwulen, die Bisexuellen, die Lesben, cis, trans*- und intersexuelle Menschen, aromantisch, asexuell oder hypersexuell, mit und ohne Fetische, HIV positiv oder nicht. Hier sind alle Buchstaben aus LGBTQI* vertreten, und noch viele Buchstaben mehr. Eine große, bunte, vielfältige, individuelle und doch solidarische Community. Das ist es, was für mich den CSD ausmacht: Die Menschen auf der Straße zu sehen, mit ihnen zu demonstrieren, zu feiern und zu wissen, dass ich nicht allein bin. Niemand von uns ist das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Jahr gehe ich wieder auf den CSD*. Ich gehe für mich, damit alte Wunden heilen können. Ich gehe aber auch für die, die wie ich früher nicht offen sagen können, wie sie lieben, begehren und welche Identität sie haben. Ich laufe mit und bin sichtbar, um zu zeigen, dass sie nicht allein sind.<br>*[Anmerkung: Der Text entstand zum CSD 2019 und dem 50. Jahrestag der Stonewall-Aufstände]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind, wie wir sind, und wir sind gut, so wie wir sind. Wir sind viele und wir gehen nicht weg. Und: Wir lassen uns unser Recht auf Selbstbestimmung von niemandem einschränken oder nehmen!</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity">



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:16px"><em>Der Beitrag erschien zuerst bei <a href="http://hessen-ist-geil.de/alte-wunden-heilen-stephan-urbach/" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="external noopener noreferrer" class="wpel-icon-right">HESSEN IST GEIL<span class="wpel-icon wpel-image wpel-icon-3"></span></a>, dem Präventionsprojekt der Aidshilfe Hessen.</em></p>


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